Letztes Update am Fr, 28.12.2018 13:30

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


ÖVP und Grüne im Burgenland beantragen Enquete zur Behindertenpolitik



Eisenstadt (APA) - Im Burgenland haben ÖVP und Grüne gemeinsam die Abhaltung einer parlamentarischen Enquete im Landtag zum Thema Behindertenpolitik beantragt. Es gehe darum, zu überlegen, wie Kinder und Jugendliche mit Behinderungen im Burgenland unterstützt werden können, erläuterte ÖVP-Landtagsabgeordneter Patrik Fazekas am Freitag in Eisenstadt.

Viele Bereiche der Behindertenhilfe seien in die Bundesländer ausgelagert. Dies führe zu teils gravierenden Unterschieden, die in manchen Bereichen Nachteile für Kinder und Jugendliche mit sich brächten. „Das Burgenland hinkt in einigen Bereichen hinterher“, stellte Fazekas fest. Dies beginne beim Rechtsanspruch auf Leistungen, den es im Burgenland nicht gebe.

Werde ein Antrag für Schulassistenz gestellt, sei es notwendig, zu Schulpsychologen zu gehen, medizinische Unterlagen vorzulegen und Gutachten zu organisieren - obwohl ein Behindertenpass vorhanden sei, dem alle diese Dinge zugrunde lägen und somit eigentlich schon ersichtlich wären.

Auch die finanziellen Belastungen seien in Österreich unterschiedlich und im Burgenland „um ein Vielfaches höher als in anderen Bundesländern“, meinte Fazekas. Für Betroffene gebe es im Burgenland keine zentrale Anlaufstelle. Wer Hilfe suche, werde „im Kreis“ von einer Behörde zur anderen geschickt.

Eine Enquete bringe Möglichkeiten einer breiten inhaltlichen Diskussion mit sich, stellte Regina Petrik, die Landessprecherin der Grünen, fest. Es gehe darum, wie selbstbestimmt Kinder und Jugendliche mit Behinderung leben können. Selbstbestimmtes Leben könne im Weg der persönlichen bzw. der Freizeitassistenz sehr gut entwickelt werden. Hier gebe es quer durch Österreich sehr unterschiedliche Regelungen: So würden im Burgenland maximal 40 Stunden pro Monat gefördert, in Wien seien es bis zu 300 Stunden.

Zudem werde im Burgenland zwischen persönlicher Assistenz und Pflegeleistung nicht unterschieden, obwohl es sich um grundsätzlich verschiedene Tätigkeiten handle. Gerade für Jugendliche sei es wichtig, dass sie auch in ihrer Freizeit unterwegs sein können und dass sie an gesellschaftlichen Ereignissen teilnehmen können.

Die Geschäftsordnung des Landtages regle, dass eine Enquete binnen vier Wochen ab dem vorgeschlagenen Tag abzuhalten sei, so Fazekas. Er gehe von einem Termin Ende Jänner oder Anfang Februar aus.

~ WEB http://www.oevp.at

http://www.gruene.at ~ APA246 2018-12-28/13:27




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