Letztes Update am Fr, 04.01.2019 10:56

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Börse Frankfurt im Eröffnungshandel beschwingt



Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Die Hoffnung auf einen Durchbruch im US-chinesischen Handelsstreit hat den deutschen Aktienmarkt am Freitag angetrieben. Der Leitindex DAX stieg um 0,91 Prozent auf 10.511,25 Punkte. Dennoch könnte die wegen der Neujahrsfeiern verkürzte Handelswoche mit einem leichten Minus zu Ende gehen.

Negativ wirkt noch nach, dass am Donnerstag das enttäuschende Weihnachtsgeschäft des iPhone-Konzerns Apple die Angst der Anleger vor einem Abschwung der Weltwirtschaft weiter geschürt hatte. Apple hatte dabei auch auf eine Schwäche in China verwiesen.

Im Handelskonflikt zwischen China und den USA kommt es nun aber zu den ersten direkten Verhandlungen seit der Ankündigung eines „Waffenstillstands“ Anfang Dezember. Eine US-Delegation wird am Montag zu zweitägigen Gesprächen erwartet. Dabei geht es darum, wie der von US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping Anfang Dezember angekündigte Kompromiss für den Handelsstreit konkret aussehen soll.

Der MDAX als Index mittelgroßer Unternehmen gewann am Freitag zuletzt 0,75 Prozent auf 21.559,72 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex Euro-Stoxx-50 zog ähnlich deutlich an.

Zudem richten sich die Augen der Anleger auf den US-Arbeitsmarktbericht für Dezember, der am frühen Nachmittag deutscher Zeit veröffentlicht wird. Ein starker Jobbericht könnte die Sorgen vor einem abrupten Abrutschen der US-Wirtschaft etwas mildern, sagte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners.

Den jüngsten Schaukelkurs erklärte Altmann inzwischen mit der Zwickmühle, in der die Anleger augenblicklich stecken: „Einerseits will niemand gleich zu Jahresbeginn Verluste erleiden. Andererseits will auch niemand eine mögliche Erholung verpassen.

Im DAX gewannen die Aktien von Bayer 2,60 Prozent. Sie profitierten von einem Zwischenerfolg bei Verfahren wegen angeblich verschleierter Krebsrisiken des Unkrautvernichters Glyphosat in den USA. Bestimmte Vorwürfe der Manipulation der öffentlichen Meinung gegen die Bayer-Tochter Monsanto dürften bei einem anstehenden Prozess nun nicht zu Prozessbeginn angeführt werden, erklärte ein Börsianer. Den Klägern werde dies nun erschweren, von ihnen als wichtig erachtete Vorwürfe vorzutragen.

Klares Schlusslicht im MDAX waren die Papiere von ProSiebenSat.1 mit einem Verlust von fast 7 Prozent. Die US-Bank Morgan Stanley hatte das Kursziel für die Anteilsscheine des Fernsehkonzerns deutlich gesenkt. Europaweit habe sich 2018 der Rückgang der Zuschauerzahlen im klassischen linearen Fernsehen noch einmal beschleunigt, schrieb Analyst Omar Sheikh.

Die Aktien von Medigene hingegen zogen als Favorit im Nebenwerteindex SDAX um gut 7 Prozent an. Das Biotechnunternehmen lizenzierte ein Molekül zur Optimierung von Krebs-Immuntherapien.

~ ISIN DE0008469008 ~ APA155 2019-01-04/10:53




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