Letztes Update am Fr, 04.01.2019 13:36

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ex-Mitarbeiter der Credit Suisse wegen Mosambik-Affäre angeklagt



New York/Zürich (APA/awp/sda/Reuters/AFP/AP) - Fünf Personen - darunter drei frühere Mitarbeiter der Credit Suisse (CS) und Mosambiks Ex-Finanzminister - sind in New York im Zusammenhang mit Krediten an das hochverschuldete Mosambik angeklagt worden. Ihnen wird Korruption, Geldwäsche und Wertpapierbetrug vorgeworfen.

Laut der am Donnerstag vor dem Bundesgericht in Brooklyn veröffentlichten Anklage geht es um Kredite von rund 2 Mrd. Dollar (1,8 Mrd. Euro). Mit dem Geld hätten vollumfänglich Entwicklungsprojekte in dem armen Staat etwa für den Thunfischfang, die Küstenüberwachung und Werften finanziert werden sollen. Rund 200 Mio. Dollar davon flossen demnach allerdings in persönliche Taschen und für Schmiergeldzahlungen von Beamten. Allein der frühere Finanzminister soll 7 Mio. Dollar eingestrichen haben.

Die drei früheren CS-Investmentbanker wurden im Zusammenhang mit der Anklage ebenfalls am Donnerstag in London festgenommen. Wie ein Sprecher der US-Staatsanwaltschaft sagte, die die Festnahme veranlasst hatte, seien alle drei gegen Kaution freigelassen worden. Die USA forderten ihre Auslieferung. Anwälte der drei Beschuldigten waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die Credit Suisse teilte mit, man werde mit den Behörden weiter zusammenarbeiten. Den ehemaligen Mitarbeitern werde vorgeworfen, sich persönlich bereichert und die internen Kontrollen der Bank umgangen zu haben. Außerdem steht die Bank in diesem Zusammenhang mit der Schweizerischen Finanzmarktaufsicht Finma in Kontakt, wie die Behörde auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP bestätigte.

Vor fünf Tagen war im selben Fall Mosambiks von 2005 bis 2015 amtierender Finanzminister Manuel Chang in Südafrika verhaftet worden. Die USA verlangen auch dessen Auslieferung. Chang wies die Vorwürfe zurück.

Als fünfte Person in der Affäre ist ein libanesischer Geschäftsmann angeklagt, der in der Koordination der Entwicklungsprojekte beteiligt gewesen sein soll. Er wurde am Mittwoch am New Yorker John F. Kennedy Flughafen verhaftet und in Haft genommen.

Credit Suisse und die russische VTB Bank hatten Mosambik 2013 und 2014 Kredite über insgesamt 2 Mrd. Dollar gewährt, die vor internationalen Gläubigern wie etwa dem Internationalen Währungsfonds (IWF) geheim gehalten wurden. Als die Geschäfte ans Licht kamen, stellte der IWF seine Zahlungen an Mosambik ein, das Land schlitterte in eine Währungs- und Schuldenkrise.

Die Anklage geht auf eine Untersuchung in drei Staatsunternehmen zurück, die gegründet wurden, um die Entwicklungsprojekte zu finanzieren. Die Firmen sollten mehr als 2 Mrd. Dollar an Darlehen aufnehmen, die von der Regierung zwischen 2013 und 2016 garantiert wurden. Laut Anklage sollten die Einnahmen ausschließlich für die maritimen Projekte verwendet werden.

„In Wirklichkeit“, heißt es in der Klage, „haben die Angeklagten das Projekt als Front geschaffen, um sich selbst zu bereichern, und haben absichtlich Teile der Krediterlöse umgeleitet, um sich selbst, mosambikanischen Regierungsbeamten und anderen mindestens 200 Millionen Dollar an Bestechungsgeldern und Schmiergeldern zu zahlen“. Die Firmen gerieten schließlich in Zahlungsschwierigkeiten.

Zur Anklage kam es in New York, weil die umstrittenen Zahlungen über die Vereinigten Staaten erfolgt waren und damit die dortigen Strafverfolgungsbehörden zuständig sind. Die Angeklagten hatten weder in den USA gearbeitet noch gewohnt.

~ ISIN CH0012138530 WEB https://www.credit-suisse.com ~ APA253 2019-01-04/13:33




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