Letztes Update am Fr, 04.01.2019 14:09

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fachbegriffe rund um den Online-Angriff in Deutschland



Berlin (APA/dpa) - Bisher steht noch nicht zweifelsfrei fest, aus welchen Quellen die persönlichen und zum Teil auch sehr vertraulichen Daten von Politikern, Prominenten und Journalisten stammen, die illegal im Netz veröffentlicht wurden. Beim Versuch der Aufklärung tauchen immer wieder Fachbegriffe auf, die den technischen Hintergrund des Angriffs auf die Privatsphäre beschreiben.

PHISHING:

Ein Kunstwort, das aus dem englischen Wort „fishing“ (Angeln) abgeleitet ist. Beim Phishing versuchen Angreifer, mit manipulierten E-Mails, Webseiten oder Kurznachrichten ihre Opfer dazu zu bewegen, selbst ihre Daten preiszugeben, etwa die Login-Informationen zu ihrem E-Mail-Konto. Beim sogenannten Spear-Phishig wird der Angriff auf die Zielperson mit großem Aufwand persönlich angepasst. Allgemeine Phishing-Angriffe werden oft von gewöhnlichen Online-Kriminellen durchgeführt, um beispielsweise ein Online-Bankkonto plündern zu können. Hinter den gezielten Spear-Phishing-Angriffen stecken oft von Regierungen bezahlte Hacker.

HACKER-ANGRIFF:

Bei einem Hackerangriffs geht es in der Regel darum, ein System oder Netzwerk in Knie zu zwingen, zu manipulieren oder Daten zu stehlen. Dabei wird häufig die Tatsache ausgenutzt, dass die Betreiber ihre Systeme nicht auf dem Laufenden gehalten haben und deshalb Sicherheitslücken klaffen. Manchmal werden auch sogenannte Zero-Day-Attacken ausgeführt. Dabei werden Schwachstellen ausgenutzt, noch bevor sie vom Softwarehersteller durch eine Update geschlossen werden konnte.

LEAK:

Von einem Leak spricht man, wenn vertrauliche Daten von einem Insider enthüllt werden. So hat beispielsweise die amerikanische Whistleblowerin Chelsea Manning die Aufzeichnung des Angriffs eines amerikanischen Kampfhubschraubers in Bagdad, bei dem irakische Zivilisten und Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters getötet wurden, weitergegeben. Bei dem aktuellen Online-Angriff handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht um einen Leak, da die Daten aus erkennbar unterschiedlichen Quellen stammen.

DOXXING:

Beim Doxxing geht es um die Veröffentlichung von persönlichen Daten im Netz. Die Betroffenen sollen online vorgeführt werden. Außerdem wollen die Täter einen Missbrauch der Daten ermöglichen. Der Begriff leitet sich vom englischen Wort „docs“ (Dokumente) ab. Beim Doxxing werden möglichst viele private Informationen wie Kreditkartennummern, Scans von Ausweisdokumenten, vertrauliche Privatadressen oder Handynummern illegal abgefischt und dann online gestellt.




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