Letztes Update am Fr, 04.01.2019 19:30

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nach Beschluss zu Syrien-Abzug reisen Pompeo und Bolton durch Nahost



Washington (APA/dpa) - Nach der umstrittenen Entscheidung von US-Präsident Donald Trump über einen Truppenabzug aus Syrien reisen wichtige Mitglieder aus seinem Kabinett in die Region, um die dortigen Partner zu beruhigen. US-Außenminister Mike Pompeo werde vom 8. bis zum 15. Jänner acht Länder im Nahen Osten besuchen, kündigte das Ministerium am Freitag an.

Geplant seien Stationen in Jordanien, Ägypten, Bahrain, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Saudi-Arabien, Oman und Kuwait. Eine zentrale Botschaft der Reise sei, dass die USA den Nahen Osten nicht alleine ließen.

Trumps Nationaler Sicherheitsberater John Bolton wiederum wollte am Freitag zu einer Reise nach Israel und in die Türkei aufbrechen, wie er auf Twitter ankündigte. Begleitet wird er von US-Generalstabschef Joseph Dunford und dem Syrien-Gesandten James Jeffrey. Bolton schrieb, er wolle bei seinen Gesprächen über den Truppenabzug reden. Die USA stünden an der Seite der Partner, mit denen sie gemeinsam gegen die Terrormiliz IS gekämpft hätten. Man arbeite weiter gemeinsam daran, ein Wiedererstarken des IS zu verhindern. Am Sonntag ist unter anderem ein Treffen Boltons mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu geplant, wie beide Seiten mitteilten.

Trump hatte Mitte Dezember den Rückzug der 2.000 US-Soldaten aus Syrien bekanntgegeben, was national wie international Empörung und Beunruhigung auslöste. Er begründete seinen Entschluss damit, dass der IS besiegt sei. Experten sehen dies anders. Zunächst war von einem Abzug innerhalb weniger Wochen die Rede gewesen. Inzwischen betont die US-Regierung, der Rückzug werde geordnet und koordiniert ablaufen. Einen Zeitplan gebe es noch nicht, hieß es aus dem Außenministerium. Der Abzug werde aber so organisiert, dass kein Vakuum entstehe, das zu einem Wiedererstarken des IS führen könne.

In Saudi-Arabien will Pompeo laut Außenministerium auch erneut über den Mord an dem regierungskritischen saudischen Journalisten Jamal Khashoggi reden. Der Kolumnist der „Washington Post“ war Anfang Oktober in Istanbul von einem aus Saudi-Arabien angereisten Spezialteam grausam getötet worden. Dies räumte die saudische Führung erst nach massivem internationalen Druck ein. Inzwischen hat in Saudi-Arabien der Prozess gegen elf Verdächtige begonnen.




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