Letztes Update am Sa, 05.01.2019 12:13

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Winterwetter - Neue Straßensperren in der Steiermark



Graz/Klagenfurt (APA) - Die Situation in der nördlichen Steiermark ist am Samstag wegen wieder stärker werdender Schneefälle und Sturm anhaltend angespannt geblieben. Es gab neue Straßensperren, vor allem im am stärksten betroffenen Bezirk Liezen. Die Experten beurteilten die Lawinengefahr in den nördlichen Landesteilen weiterhin mit „groß“, also Stufe vier der fünfteiligen Skala.

Am Samstag wurde laut einem Bericht der Landeswarnzentrale Steiermark etwa die Ennstal Bundesstraße (B320) zwischen Trautenfels und Espang gesperrt. In Wildalpen wurden die Straßen nach Hinterwildalpen und Rothwald gesperrt, ebenso die Hochschwabstraße nach Weichselboden. Hier sind nun rund 100 Personen eingeschneit. In Schladming wurden die Straßen ins Ober- und Untertal gesperrt. Weiters nicht passierbar ist die Straße zwischen Ober- und Unterlaussa in St. Gallen, der Koppenpass zwischen Bad Aussee und Obertraun (Oberösterreich) und im Bezirk Weiz der Pfaffensattel zwischen Semmering und Rettenegg.

Die bereits in den vergangenen Tagen verfügten Straßensperren, etwa jene ins Sölktal, blieben weitgehend aufrecht. Mehrere Ortschaften sind somit weiter eingeschneit und nicht über Straßen erreichbar. Die Straße auf die Planneralm wurde am Vormittag vorübergehend geöffnet, um eingeschlossenen Touristen die Abreise zu ermöglichen.

Die winterlichen Straßenverhältnisse sorgten auch für Unfälle. Bei Mürzzuschlag etwa wurde ein 26 Jahre alter Pkw-Lenker verletzt. Laut Polizei war er am Samstag gegen 2.30 Uhr auf einem Forstweg stecken geblieben. Als er versuchte zurückzuschieben, geriet der Pkw über die Böschung, überschlug sich mehrmals und kam nach rund 40 Metern zum Stillstand. Der Hund eines Anrainers schlug an und machte seinen Besitzer aufmerksam. Der Anrainer rettete den Lenker aus dem Unfallauto, das Rote Kreuz lieferte den 26-Jährigen ins Landeskrankenhaus Hochsteiermark in Bruck an der Mur ein. Auch in Kärnten gab es Unfälle. Auf der mit Schnee bedeckten Hochrindl Landesstraße kam am Freitag gegen 16.30 eine 24-jährige Klagenfurterin mit ihrem Pkw ins Schleudern und krachte gegen einen Baum. Die Verletzte wurde ins Klinikum Klagenfurt eingeliefert.

Mit einer Entspannung der Lawinensituation war vorerst nicht zu rechnen. Laut Prognosen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik sollen die Schneefälle wie auch der Wind in der Steiermark am Samstag wie am Sonntag anhalten, auch für den Kärntner Bezirk Spittal ist weiterer Neuschnee vorhergesagt. Die Lawinengefahr in den nördlichen Teilen der Steiermark und im Nordwesten Kärntens bleibt groß bzw. erheblich (Stufe vier bzw. drei). In der Steiermark könnte sie bis zum Sonntag noch ansteigen.

Vonseiten des Bundesheers war am Samstag Abwarten angesagt. Weil die Sicht weniger als 100 Meter betrug, konnten keine Versorgungs- oder Aufklärungsflüge unternommen werden. Wie Gerhard Schweiger vom Militärkommando zur APA sagte, sei eine Wetterbesserung bis Sonntag nicht in Sicht. In Bereitschaft befand sich auch ein Lawineneinsatzzug, um die zivilen Kräfte im Notfall zu unterstützen.




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