Letztes Update am So, 06.01.2019 10:53

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


„Gelbwesten“ - 34 Festnahmen bei Protesten in Frankreich



Paris (APA/dpa) - Bei den zum Teil gewaltsamen Protesten der „Gelbwesten“-Bewegung sind am Samstag in Frankreich nach Polizeiangaben 34 Menschen festgenommen worden. Angaben zu verletzten Demonstranten und Polizisten gab es zunächst nicht.

Bei den ersten Protesten im neuen Jahr waren in ganz Frankreich rund 50.000 Menschen auf die Straße gegangen, wie Innenminister Christophe Castaner dem Sender LCI sagte. Das waren mehr als am Wochenende vor Weihnachten, als etwa 39.000 Menschen demonstrierten. In den ersten Wochen der im November begonnenen Proteste waren aber mehr als 280.000 Teilnehmer gezählt worden.

In Paris kam es am Samstag zu wiederholten Zusammenstößen zwischen Polizei und Protestlern entlang des linken Seine-Ufers, auf einer Fußgängerbrücke über den Fluss und auf den Champs-Elysees. Die Polizei setzte Tränengas ein, Demonstranten schleuderten Wurfgeschoße in Richtung Polizei. Regierungssprecher Benjamin Griveaux musste am Nachmittag sein Büro verlassen, nachdem Demonstranten mit einer auf der Straße entwendeten Baumaschine das Tor zu seinem Amtssitz eingedrückt hatten.

Massenproteste der „Gelbwesten“ hatten die französische Regierung in den vergangenen zwei Monaten erheblich unter Druck gesetzt. Ihren Namen haben die Demonstranten von den gelben Warnwesten, die sie während ihrer Kundgebungen und Straßenblockaden tragen.

Nach erneuten gewaltsamen Auseinandersetzungen bei Protesten der französischen „Gelbwesten“-Bewegung hat Präsident Emmanuel Macron zum Dialog aufgerufen. Alle müssten sich zusammenreißen, um eine Debatte und das Gespräch zu ermöglichen, schrieb Macron am Samstagabend auf Twitter. Einmal mehr sei die Republik mit „extremer Gewalt“ angegriffen worden. Im Dezember brachte Macron eilends ein milliardenschweres Paket mit Sozialmaßnahmen auf den Weg, um den Konflikt zu entschärfen.




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