Letztes Update am So, 06.01.2019 13:47

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Winterwetter - Lawinensituation in Salzburg bleibt weiter angespannt



Salzburg (APA) - Im fast gesamten Bundesland Salzburg bleibt die Lawinensituation am Sonntag weiterhin angespannt. Es herrscht nach wie vor Lawinenwarnstufe 4 der fünfteiligen Skala. Einige Wintersportler, die sich trotz aller Warnungen ins freie Gelände begeben haben, konnten gerettet werden. Die Tourismusregionen Obertauern und Glemmtal sind nach wie vor nicht erreichbar.

„In der Nacht auf Sonntag sind nochmals 40 bis 80 Zentimeter Neuschnee dazugekommen. Weitere 15 bis 20 Zentimeter sind heute, Sonntag, noch zu erwarten, vor allem im Pinzgau und in den Hohen Tauern“, sagte Bernhard Niedermoser, Leiter der Lawinenwarnzentrale Salzburg, Sonntagmittag in einer Aussendung. Am Nachmittag soll der Schneefall weniger werden und sich die Situation leicht entspannen - die große Lawinengefahr bleibe allerdings bestehen und damit sei es aktuell und auch in den nächsten Tagen lebensgefährlich, sich abseits von gesicherten Pisten aufzuhalten. Aufgrund des labilen Schneedeckenaufbaus habe es in den vergangenen Stunden zahlreiche Abgänge von kleinen und mittleren Lawinen gegeben. „Sicher Hunderte, aber glücklicherweise keine großen Schadenslawinen“, so Niedermoser.

Einige Wintersportler, die sich trotz Warnung ins freie Gelände begeben haben, konnten gerettet werden. Im Werfenweng im Pongau fuhren am Samstagnachmittag drei Freerider vom Gipfel des Bischling ins freie Gelände. Ein 36-jähriges Mitglied der Gruppe stürzte im steilen Gelände auf etwa 1.400 Meter Seehöhe und verletzte sich schwer. Die Einsatzkräfte stiegen unter schwierigen Wetterverhältnissen zu dem Verletzten auf und transportierten ihn mit einem Akia ins Tal.

Im Skigebiet Obertauern (Bezirk St. Johann im Pongau) verirrten sich Samstagabend zwei Skifahrer im steilen Gelände abseits der Piste. Aufgrund der vorhandenen Schneemengen kamen die beiden laut Polizei weder vor- noch rückwärts und setzten einen Notruf ab. Die Bergrettung Obertauern barg die erschöpfte Frau mittels Tau und Flaschenzug, ihr Begleiter wurde von einem Bergretter mittels Ski ins Tal gelotst. Im Pinzgau wurden Freitagnachmittag zwei Snowboarder im freien Gelände in Leogang von Bergrettern unverletzt geborgen und zur Talstation gebracht. Die beiden kamen bei der Abfahrt von der Mittelstation der Asitzbergbahn im freien Gelände in Richtung Schwarzleograben aufgrund des Tiefschnees nicht mehr weiter.

Unvernünftig handelten auch unbekannte Täter, die am Samstagabend die Straßensperre der B99 nach Obertauern aufgebrochen haben. Die Katschberg Bundesstraße ist seit Samstag, 17.00 Uhr, wegen Lawinengefahr gesperrt. Diese und eine Reihe weiterer Straßensperren blieb auch am Sonntag weiter aufrecht. Damit sind nach wie vor die Tourismusregionen Obertauern und Glemmtal nicht erreichbar.

Die Gemeinde St. Koloman im Tennengau ließ am Sonntag ihren Rat an die Bewohner, die Häuser aufgrund möglicher Lawinenabgänge nicht zu verlassen, aufrecht. Die Volksschule und der Kindergarten bleiben bis einschließlich Dienstag geschlossen. Dienstagabend wird über das weitere Vorgehen entschieden.

Samstagfrüh bis Sonntagmittag waren in Salzburg 67 Feuerwehren mit über 1.500 Mann bei 220 Einsätzen unterwegs. „Jetzt werden die Einsätze langsam etwas weniger, aber langweilig wird uns noch nicht“, hieß es Sonntagmittag vom Landesfeuerwehrverband auf APA-Anfrage. Haupttätigkeiten der Einsatzkräfte waren vor allem diverse Bergungen von Fahrzeugen sowie das Entfernen von umgestürzten Bäumen. In Eugendorf (Bezirk Salzburg-Umgebung) waren die FF Eugendorf und Seekirchen am Samstag mit der Bekämpfung eines Brandes in einem Hackschnitzellager beschäftigt. In Leogang im Pinzgau entfernte die Feuerwehr Sonntagfrüh einen umgestürzten Baum von einem ÖBB-Nightjet. Der stromlose Zug wurde anschließend zurück in den Bahnhof Saalfelden geschleppt, rund 300 Reisende saßen etwa vier Stunden fest.




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