Letztes Update am So, 06.01.2019 15:30

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Winterwetter - Situation weiter prekär, Helikopterflüge eingestellt



Graz/Liezen (APA) - Wegen des anhaltend schlechten Wetters in der Obersteiermark mussten Bundesheer und Polizei ihre Erkundungs- bzw. Versorgungsflüge mit Hubschraubern am Sonntagnachmittag einstellen. Ein Flug einer Alouette III aus Aigen im Ennstal mit Versorgungsgütern ins abgeschnittene Sölktal gelang, ein Einsatz zur Absprengung einer Lawine am Grimming, um die B320 freizubekommen, musste abgebrochen werden.

„Die Wolken und der Nebel hängen zu tief, der Hubschrauber konnte nicht zu der Sprengstelle am Grimming gelangen“, sagte Oberst Gerhard Schweiger vom Militärkommando Steiermark zur APA. Damit konnte auch die Lawinenabsprengung nicht durchgeführt werden. Die Ennstalbundesstraße (B320) zwischen Trautenfels und Espang blieb weiterhin gesperrt. Laut Schweiger sei wegen des Wetters am Sonntag auch nicht mehr mit Flügen zu rechnen, die Hubschrauber blieben aber Stand-by am Fliegerhorst Aigen. Laut den Heeresmeteorologen sei mit einem Anhalten der Wetterlage mit Schneefällen und starkem Wind bis Dienstag zu rechnen, bei gelegentlichen Flugmöglichkeiten.

Aufgrund akuter Lawinengefahr mussten die ÖBB den Zugverkehr zwischen Stainach und Schladming einstellen. Für die Züge des Fernverkehrs wurde in diesem Streckenabschnitt ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Für Reisende im Nahverkehr steht ein Schienenersatzverkehr zwischen Stainach und Öblarn zur Verfügung. Da die Busse des Ersatzverkehrs wegen der Sperre der B320 eine Umleitungsstrecke befahren mussten, war mit einer Verlängerung der Reisezeit zu bis zu 120 Minuten zu rechnen.

Laut Landeswarnzentrale Steiermark und dem ÖTC waren zahlreiche Straßen gesperrt. In Wildalpen waren die Straßen nach Hinterwildalpen und Rothwald gesperrt, ebenso die Hochschwabstraße nach Weichselboden. In Schladming wurden die Straßen ins Ober- und Untertal gesperrt. Weiters nicht passierbar war die Straße zwischen Ober- und Unterlaussa bei St. Gallen Richtung OÖ und der Koppenpass zwischen Bad Aussee und Obertraun (Oberösterreich).

Die bereits in den vergangenen Tagen verfügten Straßensperren, etwa jene ins Sölktal, blieben aufrecht. Mehrere Ortschaften sind nicht über Straßen erreichbar. Dicht war auch die Verbindung vom Murtal ins Paltental über den Triebenpass zwischen Trieben und St. Johann am Tauern (Bezirk Murtal), weiters die Verbindungsstraße zwischen Döllach und Ketten nahe Liezen und die Zufahrt nach Zwanzenbichl (Gemeinde Landl). Ein Teil von St. Johann musste evakuiert werden. In der Ramsau war die Rössingstraße bei der Lodenwalke gesperrt, ferner die Verbindung aus der Ramsau ins salzburgische Filzmoos und von Donnersbach aus die Straße auf die Planneralm. Zu waren auch die Eisenstraße über den Präbichl und die Gesäuse Straße (B146) wegen eines schon vor einigen Tagen in Hieflau geschehenen Felssturzes.

Leichtsinniges Handeln ging am Sonntag in der Früh für einen 16-Jährigen aus dem OÖ-Bezirk Perg einigermaßen glimpflich aus. Der laut Landespolizeidirektion stark Alkoholisierte verließ gegen 3.30 Uhr sein Quartier im Bereich der Seilbahn-Bergstation am Hauser Kaibling auf rund 1.900 Meter Seehöhe. Zu diesem Zeitpunkt herrschte starker Schneefall mit Sturmböen. Mit dem Ziel ins Tal zu gelangen geriet der Jugendliche in steiles und unwegsames Gelände. Da seine Freude den 16-Jährigen im Quartier nicht mehr vorfanden, verständigten sie die Bergrettung Haus im Ennstal und die Polizei. Der 16-Jährige wurde schließlich von den Einsatzkräften gegen 6.00 Uhr unterhalb eines Forstweges auf rund 1.700 Meter Seehöhe gefunden.




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