Letztes Update am Mo, 07.01.2019 06:02

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Snowboard: Karl mit neuem Slalom-Board in den Heim-Weltcup



Bad Gastein (APA) - Seit sieben Jahren wartet Benjamin Karl auf einen Sieg in einem Weltcup-Parallel-Slalom. Schon am Dienstag im Heimrennen in Bad Gastein will Österreichs Snowboard-Ass zeigen, dass mit ihm auch in dieser Disziplin wieder zu rechnen sein wird. Helfen soll dem Führenden im Gesamtweltcup dabei ein neues Board.

16 Weltcuprennen hat Karl in seiner Karriere gewonnen, fünf im Parallel-Slalom (zuletzt 22. Dezember 2011 Carezza), elf im Parallel-Riesentorlauf (zuletzt 21. Jänner 2018 Rogla). „Ich war nach 2011 schon noch ein paarmal Zweiter und Dritter im Slalom, aber tatsächlich habe ich mich das letzte Mal 2011 auf einem Slalom-Brettl so wohlgefühlt wie jetzt“, sagte Karl zur APA - Austria Presse Agentur.

Im PGS lief es in diesem Winter mit Platz zwei in Carezza und drei in Cortina d‘Ampezzo nach Wunsch. Danach machte sich der Niederösterreicher in Hinblick auf die nächsten Rennen aber ernsthaft Gedanken um seine Slalom-Form. „Ich bin leicht nervös gewesen, weil wenig funktioniert hat. Ich war im Training sehr weit hinten, weiter als gewohnt. Ich musste beim Material was machen und habe mehr oder weniger in letzter Minute ein Brettl bekommen, mit dem ich sehr schnell bin.“

Er habe intern viel mit seinem Teamkollegen Lukas Mathies herumprobiert und sich dessen Brett der Marke Kessler auf sich abgestimmt nachbauen lassen und vor Weihnachten noch bekommen. „Ich habe echt eine Freude damit.“ Anders wäre Bad Gastein für ihn eine „Wundertüte“ geworden, so aber schaue es gut aus. Ein Fragezeichen steht freilich hinter den Pistenbedingungen. „Ich habe auf perfekten Kunstschneebedingungen trainiert. Wir wissen, dass es in Gastein ganz anders ausschauen wird, lassen wir uns überraschen. In Gastein haben wir oft ein Wetter-Wirrwarr. Ich bin kein Wandlspezialist, aber wir müssen es nehmen, wie es kommt“, sagte der 33-Jährige.

Es wäre schön, „vor Heimpublikum das Trikot des Führenden im Gesamtweltcup“ zu verteidigen, bekannte Karl. „Daheim zu fahren ist einfach schön. Flutlichtrennen sind immer cool und spektakulär und haben eine besondere Stimmung.“ Er sei auf dem Hang schon so viele Rennen gefahren. Manche hätten katastrophal mit dem Ausscheiden in der Qualifikation, andere mit einem Weltcupsieg wie 2011 geendet. „Man kann da auf nichts zurückgreifen. Der erste Fokus liegt auf der Qualifikation.“ Nur die Top 16 qualifizieren sich für die Finalveranstaltung ab 18.45 Uhr, das Ergebnis ist auch für die Kurswahl in der Finalphase wichtig.

Die Snowboarder haben Dienstagabend mediale Konkurrenz im eigenen Bundesland, nur 30 Kilometer Luftlinie entfernt geht der Nachtslalom der alpinen Ski-Damen in Szene. Die Boarder-Entscheidung ist zwischen den Torlauf-Durchgängen angesetzt und wird ebenfalls auf ORF eins übertragen. „Was sollen wir tun, für den ganzen Wintersport hast du nur drei, vier Monate Zeit. Aber wir machen einen sehr geilen Sport, können mittlerweile sehr viel Action bieten und hoffen, dass das den Leuten auffällt“, nimmt es Karl sportlich.

Auch die Weltmeisterschaften Anfang Februar in Solitude/Park City finden zeitgleich mit jenen der alpinen Skiläufer in Aare statt. Karl, von 2009 bis 2013 bereits vierfacher Goldmedaillengewinner, peilt den Saisonhöhepunkt an. „Alles ist auf die Topform zur WM hin programmiert, was das Körperliche betrifft. Snowboard-technisch bin ich hoffentlich von Ende Dezember bis März in Topform.“ Der neue Physiotherapeut habe ihn sehr gut in Griff, er habe die ersten zwei Rennen schmerzfrei absolviert. Vergangenes Jahr verpasste Karl Bad Gastein, weil er sich wegen einer Sprunggelenksverletzung und in Hinblick auf Olympia Schonung auferlegt hatte.




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