Letztes Update am Mo, 07.01.2019 10:59

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Winterwetter - Schneeschuhwanderer im Tennengau weiterhin vermisst



Abtenau/Hallein (APA) - Zwei Schneeschuhwanderer, die seit Samstag in Abtenau im Tennengau vermisst werden, sind laut Bergrettung vermutlich von einer Lawine verschüttet worden. Eine große Suchaktion nach dem 28-Jährigen und der 23-Jährigen sei derzeit wegen der hohen Lawinengefahr und des schlechten Wetters nicht möglich, sagte der Bezirksleiter der Bergrettung Pongau, Wilfried Seidl, auf Anfrage der APA.

Die beiden Tennengauer waren am Samstagvormittag im Bereich der Schindlmaisalm unterwegs. „Sie sind Jäger. Sie wollten die Reviereinrichtungen kontrollieren und die Wildfütterung auffüllen“, sagte Seidl. Das Pärchen war am Samstagabend immer noch nicht zurückgekehrt, seit dem Nachmittag gab es keinen Kontakt mehr zu ihnen. Nach 20.00 Uhr ging bei der Polizei eine Vermisstenmeldung von besorgten Angehörigen ein. Um 20.30 Uhr stiegen Bergretter mit Suchhunden zur Alm auf. Sie suchten auch in umliegenden Hütten nach den beiden, konnten aber niemanden finden. Auch die Alpinpolizei beteiligte sich an dem Einsatz.

„Auf dem Rückweg spürten die Bergretter, dass sie einen Lawinenkegel überquerten“, sagte Seidl. „Die Lawine hat den Talboden überspült.“ Gegen 23.20 Uhr wurde die Suche abgebrochen. Wegen der Lawinengefahr konnte der Einsatz am Sonntag nicht fortgesetzt werden, und auch am Montag war die Lage noch zu gefährlich. „Es schneit permanent. Wir haben hier eine Schneehöhe von 1,80 bis zwei Meter. Eine große Suchaktion ist zurzeit aufgrund der hohen Lawinengefahr nicht möglich.“ Wegen des schlechten Wetters könne kein Hubschrauber fliegen.

Drei Bergretter aus Annaberg und Abtenau inklusive des Bezirksleiters stiegen am frühen Montagvormittag in Richtung Schindlmaisalm auf, um sich ein Bild von der Situation zu machen und weitere Entscheidungen treffen zu können. Auch die Alpinpolizei war in die Lageerkundung mit eingebunden. „Wir haben uns heute ein Stück ins Gelände gewagt und sind mit den Skiern eine halbe Stunde Richtung Schindlmaisalm gegangen. Man erkennt schemenhaft an der Oberfläche des Schnees, dass hier ein Lawinenereignis stattgefunden hat“, sagte Seidl. „Wir vermuten, dass das Pärchen durch eine Lawine zu Schaden gekommen ist.“

Noch am Samstag sei eine Handypeilung durchgeführt worden, das Handy des 28-Jährigen habe geortet werden können. Die Position des Mobiltelefons stimmte geografisch mit dem vermuteten Standort der Vermissten überein, erklärte der Bergretter. Die weitere Vorgehensweise werde am Montag bei einer Einsatzleiterbesprechung im Tal festgelegt.




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