Letztes Update am Mo, 07.01.2019 12:53

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Thailand - Saudischer Frau droht Abschiebung in ihre Heimat



Bangkok/Genf (APA/dpa) - Trotz internationaler Bemühungen droht einer 18-jährigen Frau aus Saudi-Arabien die Abschiebung in ihre Heimat. Die thailändischen Behörden hinderten sie an der Weiterreise nach Australien, wo sie einen Asylantrag stellen will - angeblich aus Angst vor der eigenen Familie. Die junge Frau saß am Montag auf dem Flughafen von Bangkok fest.

Die thailändische Einwanderungsbehörde kündigte zunächst an, sie unverzüglich zurückzuschicken, verzichtete dann aber vorläufig darauf. Deutschland äußerte sich besorgt.

Die 18-jährige Rahaf Mohammed al-Kunun war nach Angaben der Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch (HRW) am Samstag in Bangkok gelandet. Demnach hatte sie sich bei einem Ausflug nach Kuwait von ihrer saudischen Familie absetzen können. Mit einer Maschine von Kuwait Airways kam sie nach Bangkok, wo sie eigentlich nur einen Zwischenstopp machen wollte. Für Australien hat sie eigenen Angaben zufolge bereits ein Visum.

Die junge Frau will nach ihrer eigenen Darstellung weg aus Saudi-Arabien, weil sie von männlichen Angehörigen ihrer eigenen Familie geschlagen wird. Demnach wurde sie ein halbes Jahr lang in ihr Zimmer eingesperrt, weil sie sich die Haare geschnitten hatte. Zudem soll sie mit dem Tod bedroht worden sein. Während eines Aufenthalts mit der Familie in Kuwait sei ihr die Flucht gelungen. Über ihr Schicksal berichtete sie in zahlreichen Einträgen im sozialen Netzwerk Twitter.

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Zunächst kündigte die thailändische Einwanderungsbehörde am Montag an, sie in den nächsten Flug zurück zu setzen, weil sie weder über Geld noch über alle nötigen Papiere verfüge. Am Nachmittag (Ortszeit) erklärte der Chef der Einwanderungspolizei, Surachet Hakparn, dann jedoch: „Wir werden sie heute nicht abschieben. Wenn sie nicht nach Hause will, können wir sie nicht zurückschicken. Wir werden sie nicht zwingen.“

In den Fall schalteten sich auch das UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR und mehrere westliche Botschaften in Bangkok ein. Der deutsche Botschafter Georg Schmidt schrieb auf Twitter: „Wir teilen die große Sorge um Rahaf Mohammed.“ Man stehe dazu auch in Verbindung mit den thailändischen Behörden. Die Frau gibt an, dass die saudische Botschaft in Bangkok ihren Reisepass beschlagnahmt habe. Von dort gab es dafür keine Bestätigung, aber auch keinen Widerspruch.

~ WEB http://www.hrw.org/

http://www.unhcr.org ~ APA249 2019-01-07/12:50




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