Letztes Update am Mo, 07.01.2019 14:29

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Winterwetter - Lawinengefahr hält an, noch mehr Schnee in Aussicht



Graz/Innsbruck/Salzburg (APA) - Die Lawinengefahr ist in vielen Gebieten anhaltend hoch, einige Ortschaften sind von der Umwelt abgeschnitten, und für Mitte der Woche nahen weitere heftige Schneefälle. Die Blaulichtorganisationen und das Bundesheer standen auch am Montag im Hilfseinsatz, oft mussten aber Assistenz- oder Erkundungsflüge aufgrund von Schneefall und Sturm ausfallen.

Vielerorts waren wichtige Verkehrsverbindungen gesperrt. Weiterhin wurde versucht, mehrere vermisste Wintersportler zu orten. Von Skitouren und von allen Bewegungen abseits von Straßen und gesicherten Skipisten rieten die Behörden eindringlich ab. Einsatzkräfte hatten alle Hände voll zu tun, Straßen passierbar zu machen. Die zeitweise etwa in Teilen Salzburgs und Oberösterreichs regional ausgefallene Stromversorgung war bis zum Nachmittag großteils wiederhergestellt. In Bad Goisern (OÖ) stürzte das Dach einer Tischlerei unter der Schneelast ein.

Stark betroffen war die Steiermark, im Großteil der Obersteiermark hielt die Lawinengefahr unverändert bei der zweithöchsten Warnstufe („groß“) der fünfteiligen Skala. Mit einer Entspannung der Lage sowie mit Hubschrauberflügen durch Polizei und Heer war angesichts des Wetters zunächst nicht zu rechnen. Rund 2.000 Menschen waren nach wie vor vom Schnee eingeschlossen.

Lawinengefahr der Stufe 4 herrschte auch in Tirol sowie in den Ybbstaler Alpen in Niederösterreich über der Waldgrenze, ebenso in Salzburg und in Vorarlberg. Sollten die prognostizierten Schneefälle kommen, sei am Wochenende sogar die höchste Lawinenwarnstufe, Stufe 5, möglich, hieß es aus Tirol. Für diesen Fall könne eine „Katastrophensituation“ nicht ausgeschlossen werden, sagte der Leiter des Lawinenwarndienstes Tirol, Rudi Mair, im APA-Gespräch. Noch sei es für solche Prognosen aber zu früh. Stufe 5 bedeutet, dass Infrastruktur gefährdet wäre und exponierte Gebäude möglicherweise evakuiert werden müssten. Zudem könnte es zu Talsperren kommen.

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Zwei im Salzburger Tennengau seit Samstag vermisste Schneeschuhwanderer sind laut Bergrettung vermutlich von einer Lawine verschüttet worden. Die Suche wurde fortgesetzt, eine große Aktion war zunächst nicht möglich. Die Suche nach zwei ebenfalls seit Samstag bei Hohenberg (Bezirk Lilienfeld) in Niederösterreich vermissten Tourengehern lief weiter. Der geplante Hubschrauber-Einsatz war zunächst aufgrund schlechter Sicht aber auch hier nicht möglich. Die Hochkar Alpenstraße und die gesamte Skiregion sind wegen Lawinengefahr „bis auf weiteres geschlossen“. Gäste, Mitarbeiter und Bewohner sollten noch am Montag das Gebiet verlassen.

Die obersteirische Gemeinde Pölstal hat Montagmittag nach tagelangen Schneefällen mit der Nachbargemeinde Hohentauern den Katastrophenzustand ausgerufen. In der Obersteiermark blieb zudem die Zufahrt zur Planneralm in den Rottenmanner und Wölzer Tauern (Bezirk Liezen) gesperrt. Damit war auch die Verbindung zu einem beliebten Gebiet für Schulskikurse dicht. Für etliche Schüler fiel zudem der erste Unterrichtstag nach den Weihnachtsferien aus: Im am stärksten betroffenen obersteirischen Bezirk Liezen blieben von rund 3.000 Schülern etwa 60 wetterbedingt der Schule fern. Bis auf die Volksschule St. Nikolai im abgeschnittenen Sölktal mit rund 40 Schülern und vier Lehrern und einige kleinere Schulen wurde aber sonst überall der Unterricht gehalten. DJ Ötzi verschob den für 8. Jänner geplanten Auftakt seiner „Gipfeltour“ in Saalbach-Hinterglemm (Salzburg), die Sicherheit gehe vor.

Aussicht auf wirkliche Entspannung gab es keine, vielmehr wird sich die Situation im Lauf der Woche wieder deutlich zuspitzen: Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZG) gab bereits die nächste Schneewarnung aus, und für das Wochenende zeichnete sich eine weitere Front ab. Von Dienstag bis Donnerstag sind an der Alpennordseite - von Vorarlberg über Nordtirol, Salzburg und die Dachstein-Region bis zum Mostviertel - 30 bis 80 Zentimeter Neuschnee zu erwarten, auf den Bergen stellenweise auch mehr als 100 Zentimeter. Wegen des kräftigen Winds muss man mit Schneeverwehungen rechnen.

(Grafik 0023-19, 88 x 62 mm)




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