Letztes Update am Di, 08.01.2019 06:05

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Winterwetter - Bis zu 5.000 ÖBB-Mitarbeiter leisten oft „Handarbeit“



Wien (APA) - Bis zu 5.000 Mitarbeiter sorgen bei Winterwetter österreichweit für die Befahrbarkeit des Streckennetzes der Österreichischen Bundesbahnen. Der Winterdienst ist oft noch „Handarbeit“, betonten die ÖBB auf APA-Anfrage. Tätigkeiten wie Schneeräumung von Weichen, Enteisen von Brücken und Tunnel, Abschaufeln von Bahnsteigdächern oder Säuberung der Spurrillen bei Eisenbahnkreuzungen passieren händisch.

Bei Schneefall wird im Schichtbetrieb vor allem im Gleis- und Weichenbereich sowie an den Bahnsteigen gearbeitet. Im Anlassfall seien die ÖBB-Mitarbeiter gemeinsam mit Winterdienstfirmen bereits in den frühen Morgenstunden im Einsatz und befreien mehr als 1.000 Bahnhöfe und Haltestellen von Eis und Schnee - das entspricht einer Fläche von rund drei Millionen Quadratmetern, wurde betont.

Die Teams des ÖBB-Winterdiensts arbeiten bundesländerübergreifen und werden dort eingesetzt, wo sie dringend benötigt werden. Das Streckennetz mit knapp 5.000 Kilometern wird laut ÖBB kontinuierlich mit Schneepflügen, Schneefräsen und Schneebürsten vom Schnee befreit. Von rund 13.600 Weichen sind über 10.300 mit Weichenheizungen ausgestattet. Bei starkem Wind und besonderer Kälte hat der Fahrdienstleiter zusätzlich die Möglichkeit, mit der sogenannten „Flugschneetaste“ Weichen für eine festgelegte Zeit dauerhaft zu beheizen.

Wann genau der Winterdienst ausrücken muss, steht im Vorhinein nicht fest. Es komme auf sehr viele Parameter wie Wind, Temperatur, Niederschläge und die Kombination dieser Faktoren an. Wichtig sei, dass die technische Winterausrüstung rechtzeitig aktiviert ist.

Die Vorbereitungen werden schon lange vor Beginn der Wintersaison getroffen, informierte die Bahn. Überprüft wird beispielsweise die Einsatzbereitschaft der Schneeräumgeräte und der Weichenheizungen. Österreichweit werden 6.420 Brücken und 197 Kilometer Lawinen- und Steinschlagschutz auf die Wintertauglichkeit kontrolliert.

Entscheidend für die Aktivierung der Einsatzkräfte sei die Wettervorhersage. Die Bundesbahnen verfügen seit einigen Jahren über ein betriebseigenes Wetter-Vorwarnsystem bezüglich Schneehöhe, Wind und Temperatur. In Tirol und Vorarlberg liefern an den Strecken 13 ÖBB-eigene Wetterstationen Daten. Diese würden mit jenen der externen Dienstleister abgeglichen und ergänzt.

Insbesondere bei aufgrund von Lawinengefahr unterbrochenen Abschnitten sei eine Prognose schwierig. Die Lage werde aber von den zuständigen ÖBB-Lawinenkommissionen laufend neu beurteilt und auf Basis dieser Einschätzungen über Sperren oder Freigaben entschieden.

Jährlich investieren die ÖBB nach eigenen Angaben rund 40 Millionen Euro in den Winterdienst. „Da sich Wetterextreme häufen, ist es notwendig, schnell reagieren zu können, damit die Gleise frei bleiben und für Züge sicher befahrbar sind“, hieß es gegenüber der APA.

Für die kommenden Tage seien weitere massive Schneefälle vorhergesagt. Einschränkungen bzw. Streckenunterbrechungen blieben damit laut Bahn nicht ausgeschlossen.

~ WEB http://www.oebb.at/ ~ APA026 2019-01-08/06:00




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