Letztes Update am Di, 08.01.2019 09:51

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mit Pkw auf Polizisten zugefahren: 26-Jähriger in Krems vor Gericht



Krems (APA) - In Krems ist am Dienstag ein 26-Jähriger unter anderem wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und schwerer Körperverletzung vor Gericht gestanden. Dem tschechischen Staatsbürger wird vorgeworfen, mehrmals mit einem Pkw auf Polizisten zugefahren zu sein, dabei Beamte verletzt sowie Straßensperren durchbrochen zu haben. Der Beschuldigte war teilgeständig.

Der 26-Jährige, der wegen Diebstahls gesucht worden war, widersetzte sich laut Anklage am 29. Oktober 2017 in Hollabrunn der Anhaltung durch einen Beamten, indem er mit einem Auto mit überhöhter Geschwindigkeit auf den Mann zufuhr. Der Polizist rettete sich mit einem Sprung zur Seite.

Am 3. November 2017 wurde in St. Pölten eine Polizeistreife auf den Angeklagten und einen Landsmann aufmerksam. Als die Beamten die Fahrzeuginsassen festnehmen wollten, flüchtete das Duo mit dem Wagen. Dabei musste erneut ein Polizist zur Seite springen, um nicht vom Auto erfasst zu werden. Rund eine Stunde später wollte die Exekutive in Traismauer (Bezirk St. Pölten-Land) die Flüchtenden aufhalten. Der 26-Jährige machte sich mit dem Pkw jedoch wieder aus dem Staub, sein Komplize wurde festgenommen.

Der Beschuldigte setzte seine Tour laut Anklage Richtung Mautern (Bezirk Krems-Land) fort, wo er erneut eine Straßensperre der Polizei durchbrach. Dabei wurde ein Beamter verletzt. Die gezielten Schüsse der Polizisten auf das Fahrzeug sowie die Schäden durch den Aufprall sollen dazu geführt haben, dass der Tscheche den Wagen zurückließ und zu Fuß weiter flüchtete.

In Krems soll der Verdächtige am Tag darauf einen unversperrten Pkw gestohlen und damit seine Flucht fortgesetzt haben. Zu Ende war die Fahrt für den 26-Jährigen schließlich in Gars am Kamp (Bezirk Horn). Er schaffte es noch, an einer weiteren Straßensperre vorbeizukommen, beschädigte dabei aber die Reifen, so dass eine Weiterfahrt nicht mehr möglich war. Der Tscheche flüchtete wiederum zu Fuß und bedrohte eine Frau in deren Haus im Bezirk Horn mit einer Faustfeuerwaffe, um an ihren Pkw zu gelangen. Laut Anklage soll der Tscheche „Hast du Auto? Ich brauche Auto!“ gesagt haben. Nachdem er den Schlüssel für den Wagen nicht gefunden hatte, rannte der Beschuldigte in ein Waldgebiet, wo er festgenommen wurde.

Der Beschuldigte bestritt den Raub, war aber zu den weiteren Anklagepunkten geständig. „Er war auf der Flucht“, hielt sein Verteidiger fest. Dies solle aber natürlich keine Entschuldigung sein.




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