Letztes Update am Di, 08.01.2019 12:12

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Von der Wunderkammer zur Biodiversität - 100 Jahre Bundesgärten



Wien (APA) - Die Österreichischen Bundesgärten zelebrieren ihr hundertjähriges Jubiläum heuer in Form verschiedener Veranstaltungen, Umbaumaßnahmen und neuem Branding. Das „historische grüne Erbe Österreichs“ gehe in eine neue Zeit, kündigte Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) am Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz im Wiener Palmenhaus an. So sind etwa neue Laufstrecken durch Schönbrunn geplant.

Zu den Bundesgärten gehören der Augarten, Belvederegarten, Burggarten, Volksgarten und der Schlosspark Schönbrunn in Wien sowie der Hofgarten und Schlosspark Ambras in Innsbruck. Die historischen Gärten sind denkmalgeschützt und zählen zu den UNESCO-Weltkulturerbestätten. Bereits vor 450 Jahren wurde der Grundstein der Pflanzensammlungen gelegt, sagte Bundesgärten-Direktor Gottfried Kellner. 1918/1919 sind sie in das Eigentum der Republik Österreich übergegangen. Ursprünglich Teil der kaiserlichen Kunst- und Wunderkammer, dienen sie heute der Forschung und helfen, die Biodiversitätsstrategie und das Artenschutzabkommen der Bundesregierung zu erfüllen, sagte Köstinger.

Die Höhepunkte des Jubiläumsjahres sind zwölf Ausstellungen zu den Botanischen Sammlungen sowie die Implementierung neuer Laufstrecken in verschiedenen Schwierigkeitsstufen durch Schönbrunn. Zudem soll es barrierefreie Beschilderungen in allen Gärten, ein neues Branding auf internationalem Niveau und einen neuen Online-Auftritt geben. Bereits in den vergangenen Jahren wurden die historischen Gewächshäuser saniert. Die Palmenhäuser in Schönbrunn und dem Augarten sowie das Sonnenuhrhaus (jetzt Wüstenhaus) wurden der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht.

In ihrer Funktion als „Orte der Begegnung“ sollen die Gärten vor allem den Einwohnern zur Verfügung stehen, aber auch Touristen anziehen. Jedes Jahr besuchen 20 Millionen Menschen die Gärten. „Eine indische Hochzeit vor dem Belvedere ist natürlich eine Einnahmequelle“, sagte Kellner. Es sei jedoch nicht geplant, ein „Disneyland für Hochzeiten“ zu werden. Gegen Zerstörungen innerhalb der Gärten werde es auch in Zukunft keine verschärften Regelungen geben. Hier appelliere man an die Vernunft der Besucher und möchte das Bewusstsein stärken.

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Die Botanischen Sammlungen bestehen aus 130.000 Einzelpflanzen aus 14.000 Arten und Sorten. Insgesamt sind in den Bundesgärten auf einer Fläche von 276 Hektar rund 300.000 neu gezogene Pflanzen und 6.800 Alleebäume zu finden.

(S E R V I C E - www.bundesgaerten.at)




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