Letztes Update am Di, 08.01.2019 13:14

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Winterwetter - Laut Ärzten steirische Sanitätsversorgung sicher



Eisenerz/Mariazell/Österreich-weit (APA) - In den obersteirischen Gesundheitszentren von Eisenerz und Mariazell sah man von ärztlicher Seite keine Probleme in der medizinischen Versorgung, wie eine APA-Anfrage am Dienstag ergab. Vonseiten der Landtagsopposition war kritisiert worden, dass nach der Auflösung der Spitäler in den Orten mit der Einrichtung von Gesundheitszentren die Versorgung bei extremen Schneelagen nicht gewährleistet sei.

Patrick Killmaier vom Gesundheitszentrum Mariazell (Bezirk Bruck-Mürzzuschlag) sagte, man finde derzeit mit dem Regelpersonal das Auslangen, das seien zwei Ärzte und drei bis vier Krankenpflegekräfte. „Bis auf einen Kollegen sind wir auch alle Notfallmediziner“, sagte Killmaier. Man habe Röntgen, Akutlabor, Überwachungsbetten und einen Raum für kleinere chirurgische Eingriffe. Die Erreichbarkeit des Ortes in den vergangenen Tagen sei gegeben gewesen. Er selbst wohne im niederösterreichischen Türnitz (Bezirk Lilienfeld), habe aber auch eine kleine Wohnung in Mariazell. Zudem sei man im Mariazeller Land an extreme Schneelagen gewöhnt, wie etwa in den Wintern 1986 und 2006, als man wirklich abgeschnitten gewesen sei. Die örtliche Apotheke habe zudem ihren Vorrat an wichtigen Arzneien aufgestockt.

Das Aufkommen an Unfällen sei nicht höher gewesen, da seit Samstag kaum mehr Skiurlauber in Mariazell gewesen seien, sagte Killmaier. Am Samstag und Sonntag habe man je rund 20 kleinere Verletzungen behandelt, wegen Stürzen auf der Straße oder beim Schneeschaufeln. Am Wochenende habe man eine 24-Stunden-Bereitschaft eingerichtet, die erste übernahm gleich er selbst. Der Erfahrung nach reiche ein Arzt. Auch das Krankenpflegepersonal sei in Bereitschaft gewesen, falls man einen Akutpatienten über Nacht hätte beobachten müssen. Killmaier lobte in diesem Zusammenhang die Spitalsreform der rotschwarzen Landesregierung. Seiner Erfahrung nach habe es sich bewährt, in kleineren Strukturen die Erstbehandlung durchzuführen, und gegebenenfalls Patienten in Schwerpunktspitäler weiterzuleiten. „Wir dürfen nicht vergessen, alle medizinischen Strukturen müssen ja mit Ärzten besetzt werden, und bei der Zahl der zur Verfügung stehenden Mediziner haben wir Mangelerscheinungen.“

Im Gesundheitszentrum Eisenerz im Bezirk Leoben sah der Mediziner Uwe Schartner-Bauer keine Probleme mit der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung, obwohl die Verbindung nach Süden über den Präbichl-Pass nach Leoben unpassierbar war. „Ich selbst stamme aus Graz, aber ich habe mir in Eisenerz ein Quartier genommen“, sagte Schartner-Bauer. Sein Kollege sei aus Eisenerz, dieser könne ungehindert zum Dienst, ebenso die beiden in der Gegend wohnenden Krankenschwestern. Dazu komme noch eine weitere Krankenschwester aus einer Hausarztpraxis. Die Hausärztin habe sich ebenfalls freiwillig zur Verfügung gestellt, sagte der Doktor: „Von Vorteil ist, dass sowohl die Ärztin als auch ich ausgebildete Notfallmediziner sind. Wir haben auch vom Katastrophenschutz ein Notfall-Equipment zur Verfügung gestellt bekommen.“ Vereinzelt behandelte man bisher kleinere Unfallverletzungen, nichts sei dramatisch gewesen. Die Bevölkerung sei des Öfteren mit solchen Schneelagen konfrontiert und daran gewöhnt, sagte der Mediziner.

Seit Samstag arbeite man in einem 24-Stunden-Dienst, für das kommende Wochenende werde man eine Regelung finden, wenn das schlechte Wetter anhalte. In Richtung Norden sei die Straße nach Waidhofen an der Ybbs (NÖ) ja offen. Mit dem dortigen Landesklinikum habe man ein sogenanntes Rendezvous-System. Das bedeutet, dass die Ärztin mit einem Patienten mit dem Rettungswagen sich auf halbem Wege mit einem Team aus dem Landesklinikum treffe und dieses dann den Fall übernehme. In Waidhofen gibt es auch eine unfallchirurgische Abteilung.




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