Letztes Update am Di, 08.01.2019 13:15

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


China öffnet Agrarmarkt - „Geste im Handelsstreit mit USA“



Peking (APA/Reuters) - Im Handelsstreit kommt China den USA mit einer weiteren Öffnung des Agrarmarktes entgegen. Erstmals seit eineinhalb Jahren erteilte die chinesische Regierung am Dienstag wieder Importzulassungen für gentechnisch veränderte Pflanzensorten. „Es ist eine Geste des guten Willens zur Lösung der Handelsfrage“, sagte ein Vertreter eines US-Agrarverbandes.

In Peking setzten Vertreter der beiden weltgrößten Wirtschaftsmächte ihre Verhandlungen über Auswege aus dem Zollstreit fort. Die USA fordern seit längerem eine größere Öffnung Chinas für landwirtschaftliche Produkte und sind der größte Exporteur von gentechnisch veränderten Nutzpflanzen. China ist der größte Importeur von Sojabohnen und Raps aus diesem Bereich.

Insgesamt wurden fünf gentechnisch veränderte Pflanzensorten für den Import freigegeben - zwei Sorten von BASF, eine der neuen Bayer-Tochter Monsanto und zwei Sorten des US-Chemieriesen DowDupont. Dabei geht es um Raps, Mais und Sojabohnen. „Wir freuen uns, dass die Zulassung unserer Saatgutmerkmale in China voranschreitet“, erklärte DowDuPont. Die Führung in Peking ebne damit den Weg für den Import großer Mengen an Sojabohnen aus den USA, sagte Experte Li Qiang vom Analysehaus Shanghai JC Intelligence. „Es ist ein positives Signal.“ China hatte zuletzt im Juli 2017 gentechnisch veränderte Pflanzensorten für den Import zugelassen - ebenfalls nach hochrangigen Gesprächen mit Vertretern der US-Regierung. US-Bauern und Saatgutkonzerne beklagen seit längerem langsame und unberechenbare Zulassungsverfahren für Gen-Nutzpflanzen.

Am Montag nahmen China und die USA ihre ersten direkten Handelsgespräche auf, seit US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping im Dezember eine 90-tägige Pause im Zollstreit vereinbart hatten. Die Verhandlungen auf Vizeminister-Ebene sollten bis Dienstag dauern. Die USA werfen China unfaire Handelspraktiken und Diebstahl geistigen Eigentums vor. Im Zuge des Konflikts haben sich beide Seiten mit Strafzöllen überzogen. Zuletzt bekräftigten sie aber ihre Bereitschaft zu einer Einigung.




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