Letztes Update am Di, 08.01.2019 13:42

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nach Messerattacke in Wien: Jugendlicher am Freitag in NÖ vor Gericht



Korneuburg/Wien (APA) - Ein 16-Jähriger steht am Freitag in Korneuburg wegen versuchten Mordes vor einem Schwurgericht. Der Jugendliche soll einen 15-Jährigen im Mai 2018 vor einer Schule in Wien-Währing mit einem Küchenmesser attackiert haben, nachdem ihn das Opfer zuvor erpresst hatte. Der Angeklagte wird sich laut seiner Verteidigerin Davorka Situm-Ceovic nicht geständig zeigen.

Das Opfer soll den Beschuldigten bedroht haben, weil dieser seine Schwester davor als „hübsch“ bezeichnet hatte. Der in Wien geborene 15-Jährige mit arabischen Wurzeln soll sich durch die Äußerung vor Mitschülern in seiner Ehre gekränkt gefühlt haben. Er soll von dem Kroaten mehrmals Geld gefordert und ihn mit dem Tod bedroht haben, sollte er nicht zahlen. Auch nachdem der 16-Jährige tatsächlich einmal 100 Euro übergeben hatte, gab sich der Jüngere nicht damit zufrieden, sondern wollte noch mehr erpressen.

Am 2. Mai 2018 trafen die beiden einander am Morgen vor der Schule in Wien-Währing. Es entwickelte sich eine Auseinandersetzung, in deren Verlauf der Ältere zum Messer gegriffen und dem 15-Jährigen in den Bauch gestochen haben soll. Während der Beschuldigte festgenommen wurde, bemühte sich die Berufsrettung um den Schwerverletzten. Nach der Erstversorgung wurde das Opfer ins nahegelegene AKH gebracht, wo es operiert wurde. Der Angeklagte habe „nicht beabsichtigt jemanden zu töten“, sagte seine Rechtsanwältin des 16-Jährigen auf APA-Anfrage. Er habe sich vielmehr verteidigen wollen.

Der Prozess findet in Niederösterreich statt, weil der Beschuldigte im Sprengel des Landesgerichts Korneuburg wohnt. Im Gegensatz zu Erwachsenen, bei denen der Tatort ausschlaggebend ist, richtet sich die örtliche Zuständigkeit laut Jugendgerichtsgesetz nach dem gewöhnlichen Aufenthalt.




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