Letztes Update am Di, 08.01.2019 14:48

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Menschenrechtsorganisation wirft Kurden-Regierung im Irak Folter vor



Beirut (APA/dpa) - Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) wirft der Kurden-Regierung im Nordirak die Folter von Minderjährigen vor. So hätten die Asajisch-Sicherheitskräfte inhaftierte Jugendliche unter anderem am ganzen Körper geschlagen, sie in schmerzhafter Haltung festgebunden und mit Elektroschocks malträtiert, berichtete HRW am Dienstag.

Damit seien Geständnisse der Minderjährigen erzwungen worden, hieß es weiter. Die 14- bis 17-Jährigen wurden demnach unter dem Vorwurf festgehalten, Mitglied in der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) gewesen zu sein. Die Folter passiere noch immer in „alarmierender Häufigkeit“, sagte HRW-Kinderrechtsexperte Jo Becker.

Die Kurden im Nordirak genießen weitgehende Autonomierechte. Sie gehören zu den irakischen Kräften, die den IS in den vergangenen Jahren zurückgedrängt hatten. Dabei wurden die kurdischen Peshmerga-Kämpfer unter anderem von Deutschland durch Ausbildung und Waffen unterstützt. Die kurdische Regionalregierung hat in der Vergangenheit Foltervorwürfe stets zurückgewiesen.

Die Menschenrechtsorganisation hatte nach eigenen Angaben im November vergangenen Jahres mehr als 20 Buben zwischen 14 und 17 Jahren interviewt, von denen die meisten in Haft sitzen.

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