Letztes Update am Di, 08.01.2019 14:51

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


„Plastik-Gipfel“ - Regierung in Position gegen Wegwerfgesellschaft



Wien (APA) - Nach dem „Plastik-Gipfel“ der Regierung, der am Dienstag gemeinsam mit Handel, NGOs und Experten im Bundeskanzleramt über die Bühne gegangen ist, hat sich die Regierung - angeführt von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) - klar gegen die Wegwerfgesellschaft positioniert. Das Plastiksackerl durch anderes Einwegmaterial zu ersetzen, war für Regierungskoordinator Norbert Hofer (FPÖ) keine Lösung.

„Mehrweg ist das Schlüsselwort“, ergänzte Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) nach dem Gipfel, bei dem die Umsetzung des Plastiksackerl-Verbots ab 2020 im Mittelpunkt stand. „Es geht um noch viel mehr als das Sackerl“, sagte Hofer, denn man müsse über Verpackungsmaterial im Gesamten nachdenken, da hier auch die CO2-Problematik zu berücksichtigen sei. Daher sei Abfallvermeidung das Stichwort, und keinesfalls das Ersetzen der Plastiksackerl durch andere Einwegmaterialien.

Bundeskanzler Kurz betonte zudem, dass die Bundesregierung zwar mit dem Ziel, den Wirtschaftsstandort Österreich zu stärken angetreten sei, darüber hinaus gelte es jedoch Umwelt und Ressourcen zu schonen. Das Plastiksackerl-Verbot bezeichnete er als „wichtigen Schritt“, dessen Umsetzung müsse jedoch „geordnet stattfinden“. Neben der gesetzlichen Regelung sei auch eine Bewusstseinsbildung vonnöten. Österreich sei sich aber seiner Möglichkeiten bewusst, im Umweltbereich Schwerpunkte zu setzen, dies habe man etwa schon bei der Mülltrennung bewiesen.

Beim Gipfel selbst sei es zu einem guten Austausch gekommen, so Kurz weiter. Umweltministerin Köstinger merkte dazu an, dass bei den heutigen Gesprächen auch die Wirtschaft ihre Chancen erkannt hätte. Österreich wolle mit der Bewältigung der Plastikproblematik auch mit Blick auf die gesamte EU mit einem guten Beispiel vorangehen.

( 0032-19, 88 x 80 mm)




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