Letztes Update am Di, 08.01.2019 16:06

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Winterwetter - Hubschrauber in Salzburg als „Schneeräumer“ im Einsatz



Salzburg/St. Johann im Pongau (APA) - Im Bundesland Salzburg sind am Montag und am Dienstag mehrere Hubschrauber Dutzende Einsätze geflogen, um die Bäume entlang von Bahnstrecken, Straßen, Stromleitungen und Lift- und Seilbahntrassen von der Schneelast zu befreien. Dabei setzten die Piloten gezielt den Luftstrom der Rotorblätter - den sogenannten Downwash - ein, um den Schnee von den Bäumen zu blasen.

„Das wird eigentlich nur gemacht, wenn große Schneemassen zusammen kommen“, sagte Roy Knaus, Geschäftsführer des Pongauer Helikopterunternehmens Heli Austria, am Dienstag zur APA. „Es handelt sich dabei in erster Linie um eine präventive Maßnahme, bevor durch den angekündigten Neuschnee größere Folgeschäden drohen.“

Für die aktuellen Aufträge setzte Knaus überwiegend größere Maschinen vom Typ Bell 212 und Bell 412 ein. „Die Windgeschwindigkeiten unter dem Rotor erreichen hier bis 90 km/h. Wir haben auch eine noch größere Superpuma, mit der Windgeschwindigkeiten bis zu 120 km/h erzielt werden.“ Kalter Schnee lasse sich dabei recht gut und schnell verwehen, bei nassem oder stark windgepresstem Schnee sei der Zeitaufwand größer.

Die Hubschrauber würden bei den Einsätzen etwa zehn Meter über den Baumwipfeln schweben. Eine Aufgabe, die erfahrenen Piloten vorbehalten sei. „Man muss aufpassen, weil geknickte Bäume zurückschlagen können oder etwas in die Höhe schleudern könnten. Und wenn es windig ist, befindet sich der Downwash auch nicht mehr direkt unter dem Hubschrauber, sondern wird versetzt“, erklärte Knaus. Er rechnete am Dienstag mit weiteren Einsätzen diese Woche. „Für Freitag sind bereits sehr viele Hubschrauber gebucht, weil hier mit gutem Wetter gerechnet wird.“

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Auch die ÖBB griffen am Montag auf den Salzburger Hubschrauberunternehmer zurück. „Wir haben uns Luftunterstützung für die Schneeräumarbeiten geholt, weil Bäume unter der Schneelast auf die Strecke ragen oder umzukippen drohen“, sagte ÖBB-Sprecher Christoph Gasser-Mair am Dienstag. „Wenn der Hubschrauber den Schnee herunter geblasen hat, richten sich die Bäume entweder wieder auf oder man muss die genickten Bäume aus Sicherheitsgründen entfernen, weil ja weiterer Schneefall angekündigt ist.“

Derartige Aufträge seien aber „eher die Ausnahme“ und würden nur punktuell angewendet. Im Einsatz für die ÖBB stand der Hubschrauber gestern zwischen Saalfelden und Hochfilzen, wo am Sonntagmorgen bei Leogang (Pinzgau) ein Baum auf eine Oberleitung gestürzt war und in der Folge den Nightjet von Graz nach Zürich lahmgelegt hat.




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