Letztes Update am Mi, 09.01.2019 08:22

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Winterwetter - Lawinenwarnstufe „sehr hoch“ an steirischen Nordalpen



Graz (APA) - Vom Dachstein über Totes Gebirge bis zum Hochschwab herrschte am Mittwochvormittag „sehr große“ Lawinengefahr, die höchsten Warnstufe. In den übrigen Landesteilen wurde die Situation von den Experten als nicht ganz so hoch eingeschätzt. In den nördlichen Niederen Tauern - den Schladminger Tauern - galt Warnstufe 4 („groß“), in den südlichen Niederen Tauern mit Stufe 3 „erhebliche“ Lawinengefahr.

In den Seetaler Alpen, dem östlichen Randgebirge der oberen Oststeiermark und Teilen des Grazer Berglandes herrschte die Warnstufe 3, wie der Lawinenwarndienst mitteilte. Im westlichen Randgebirge zwischen Gleinalm und und Koralm wurde die Gefahr aber von 3 auf 2 („mäßig“) auf der fünfteiligen Skala zurückgestuft. Es bestand die Möglichkeit der spontanen Auslösung von Lockerschneelawinen und Schneebrettern aus steilem Fels- und Schrofengelände, die wegen der Schneemengen mittlerweile beachtliche Größen erreichen können. Böschungsrutsche aus den steilen Grashängen können jederzeit auftreten. Nach wie vor wird vor Touren oder Bewegungen im freien Gelände abseits von Pisten oder Straßen gewarnt.

Nach dem Worten von Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) nach der Sitzung des Koordinationsausschusses war die Steiermark in den vergangenen Tagen hinsichtlich Wetter und Schneehöhen „zwei- bis dreigeteilt“: Während in den südlichen Landesteilen wie Bad Radkersburg oder Leibnitz oft die Sonne schien und kein Schnee lag und Graz nur „angezuckert“ wurde, gab es in der Weststeiermark relativ geringe Schneehöhen von bis zu einem halben Meter. Am Loser im Ausseerland lagen dagegen bis zu vier Meter Schnee. Wetterbesserung ist erst am Freitag angesagt, der starke Wind dürfte anhalten, was Hubschrauberflüge stark einschränkt.

Der Schnee hat indes am Dienstagnachmittag ein erstes Todesopfer in der Steiermark gefordert. Ein 62 Jahre alter Lehrer hatte bei einer Schulskiwoche auf der Mariazeller Bürgeralpe plötzlich einen Ski verloren und war über den Pistenrand hinaus in einen steilen Waldbereich gestürzt. Dort blieb er im lockeren und metertiefen Schnee kopfüber stecken. Den nachkommenden Schülern war eine Hilfeleistung aufgrund der vorhandenen Schneemassen - rund fünf Meter hohe Schneeablagerung - nicht sofort möglich, zudem drohte eine rund 30 Meter lange Wechte aufgrund eines Risses abzubrechen. Einsatzkräfte der Bergrettung Mariazell konnten schließlich zum 62-Jährigen absteigen, stellten jedoch keine Lebenszeichen mehr fest.

Zahlreiche Verbindungen sind nach wie vor gesperrt, darunter die Ennstalbundesstraße (B320) zwischen Espang und Trautenfels, da Lawinen vom Grimming drohten. Diese konnten bisher wegen des schlechten Wetters nicht aus der Luft abgesprengt werden. Über ein Dutzend Ortschaften sind abgeschnitten oder nur schwer erreichbar, dabei dürfte es sich um bis zu 2.000 Einheimische und Touristen handeln. Nach den Aussagen der Einsatzkräfte sind genügend Helfer verfügbar. Falls Feuerwehrleute abgelöst werden müssten, könnte dies durch vom Wetter nicht betroffene Wehren aus dem Süden der Steiermark geschehen.




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