Letztes Update am Mi, 09.01.2019 09:04

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Auf den Spuren von Kaiser Maximilian in Innsbruck und Tirol



Innsbruck (APA) - Die Spuren des Habsburger Kaisers Maximilian I., dessen Tod sich am 12. Jänner zum 500. Mal jährt, sind in Innsbruck und Tirol auch heute noch gut sichtbar. Das Goldene Dachl, das Wahrzeichen der Landeshauptstadt, die Altstadt und die Hofkirche mit ihren „Schwarzen Mander“ sind alle untrennbar mit dem Kaiser verbunden. Aber auch in Stams, im Kühtai und bei Zirl findet man Spuren des Herrschers.

In den 1490ern hielt sich Maximilian I. besonders gern in Innsbruck auf. Der Herrscher machte die Stadt mit ihren damals 5.000 Einwohnern zu einem zentralen Ort seines Reiches und zu einem wichtigen Bindeglied zwischen dem Süden und dem Norden Europas. Zum Anlass der Jahrhundertwende wurde 1500 im Auftrag Maximilians das Goldene Dachl, ein Prunkerker mit 2.657 feuervergoldeten Kupferschindeln, erbaut. Maximilians Ehen mit Maria von Burgund und Bianca Maria Sforza von Mailand sind Thema auf einem Relief. Heute ist das Goldene Dachl Teil eines Museums.

Auch auf die Innsbrucker Altstadt hatte der Kaiser großen Einfluss. Von den rund 130 Altstadthäusern ist der Großteil in der Zeit Maximilians entstanden. Einer der wenigen erhaltenen Zweckbauten des Kaisers ist das Zeughaus am Ufer der Sill. Unter Maximilian wurde Innsbruck zum größten Waffen- und Rüstungsdepot des Landes.

In der Innsbrucker Hofkirche ließ sich der Habsburger sein eigenes Grabmal erbauen. Damals bedeutende internationale Künstler bekamen Aufträge und so entstanden 28 überlebensgroße Bronzestatuen, die „Schwarzen Mander“- darunter allerdings auch acht Frauen, die Maximilians Ahnen und Helden repräsentieren und das Grab des Kaisers flankieren. Kurioserweise ist das Grab jedoch leer, denn Maximilian wurde in Wiener Neustadt beerdigt. Anders als seine zweite Ehefrau, Bianca Maria Sforza, sie wurde in der Fürstengruft des Stift Stams, etwa dreißig Kilometer außerhalb von Innsbruck, begraben.

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Auch im Kühtai hinterließ der Kaiser seine Spuren. So fand sich Maximilian gerne zur Gämsenjagd im Jagdschloss Kühtai ein. Heute ist das Schloss ein Hotel und war bis 2015 im Besitz des Ur-Ur-Enkels von Kaiser Franz Josef und Kaiserin Elisabeth. Um seiner Leidenschaft, dem Fischen, auch im Kühtai nachgehen zu können, ließ Maximilian im Gossenköllesee auf über 2.400 Metern Seehöhe Bachforellen einsetzen. Während Bachforellen heute überall genetische Mischformen sind, stammen die Fische im Gossenköllesee dank Maximilian ausschließlich aus dem Donau-Einzugsgebiet und sind zu einer Art Gen-Bank geworden.

Auch eine Grotte in der Martinswand bei Zirl, die den südwestlichen Abschluss der Innsbrucker Nordkette bildet, ist nach dem Habsburger benannt. In der sogenannten Kaiser-Maximilian-Grotte soll der Herrscher der Legende nach Zuflucht gesucht haben, nachdem er sich bei der Gämsenjagd verstiegen hatte. Mehrere Gastbetriebe in Innsbruck, unter anderem das Kaiser Max Café und das Hotel Maximilian, erinnern heute noch an den Habsburger und auch eine Straße wurde nach dem Kaiser benannt.

(B I L D A V I S O – Bilder vom Goldenen Dachl und der Kaiserlichen Hofburg sind im AOM abrufbar.)




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