Letztes Update am Mi, 09.01.2019 10:43

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


LVwG Burgenland - Niessl-Büroleiterin zieht Kandidatur zurück



Eisenstadt (APA) - Bei der Neubesetzung des Chefpostens im Landesverwaltungsgericht (LVwG) Burgenland gibt es eine neue Entwicklung: Die Büroleiterin von Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ), Christina Krumböck, hat ihre Bewerbung zurückgezogen. Krumböck teilte ihren Schritt am Mittwoch mit: Die Chance, an einem fairen Entscheidungsverfahren teilzunehmen, sei ihr aufgrund „öffentlicher Diffamierungen“ genommen worden.

Viele Menschen hätten ihr abgeraten, diesen Schritt in die Öffentlichkeit zu gehen, „aber aufgrund der österreichweit beispiellosen Ereignisse der letzten Monate sehe ich dazu leider keine Alternative und gebe hiermit die Rücknahme meiner Bewerbung für die Funktion der Präsidentenstelle des Landesverwaltungsgerichtes Burgenland bekannt“, so Krumböck in einer Stellungnahme.

Sie habe sich diese Bewerbung sehr gut und lange überlegt: „Natürlich war mir von Anfang an bewusst, dass diverse politische Parteien versuchen würden, meine Bewerbung negativ darzustellen. Aber mit dem Ausmaß an persönlicher Gehässigkeit und Diffamierung, das ich in den letzten Wochen erfahren musste, hätte ich niemals gerechnet.“

Besonders getroffen habe sie, „dass mir von parteipolitischer Seite, aber auch vom amtierenden LVwG-Präsidenten (Manfred, Anm.) Grauszer in aller Öffentlichkeit die erforderliche Qualifikation abgesprochen wurde.“ Als ausgebildete Juristin, die seit Jahren in einer der verantwortungsvollsten Führungspositionen des Landes arbeite, betrachte sie „dieses Verhalten mir gegenüber als zutiefst unfair und unangemessen“.

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Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Ausschreibung seien seit Jahren transparent gegeben und würden für alle Bewerberinnen und Bewerber gelten. „Als ausgebildete Juristin erfülle ich diese Voraussetzungen und habe mich auf dieser Grundlage beworben. Die Behauptung, ich würde die Voraussetzungen nicht erfüllen, entspricht nicht der Wahrheit“, stellte Krumböck fest.

Präsident Grauszer habe in den vergangenen Monaten wiederholt „Respekt vor dem unabhängigen Gericht“ gefordert. „Mir wurden von seiner Seite aber in einem laufenden Verfahren die Qualifikation, das Erfüllen des Anforderungsprofils und die fachliche Kompetenz abgesprochen. Sein Respekt, sowie die Unabhängigkeit und Objektivität haben mir gefehlt“, schrieb Krumböck. „Ich empfand und empfinde diese Vorgangsweise als grobe Ungerechtigkeit und als eine unfaire, ungleiche Behandlung.“




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