Letztes Update am Mi, 09.01.2019 13:25

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Vater und Tochter wegen handgreiflichem Streit in Graz vor Gericht



Graz (APA) - Eine handgreifliche Auseinandersetzung innerhalb einer Familie ist am Mittwoch Thema einer Verhandlung im Grazer Straflandesgericht gewesen. Ein Landwirt und seine Tochter sollen beide zwei Jahre lang die Mutter traktiert haben. Die Angeklagten fühlten sich in keiner Weise schuldig, sondern von Mutter und deren Bruder verleumdet. Der Prozess wurde vertagt.

Der Angeklagte war nach eigenen Angaben am Prozesstag „total übernächtig, weil in der Nacht ein Kaibl kommen ist“. Er und seine Tochter seien die ganze Nacht auf gewesen, erzählte er Richterin Michaela Lapanje. Zusätzlich hat er Schwierigkeiten mit dem Gehör, was die Befragung ziemlich erschwerte. Die Richterin schrie ihre Fragen schon fast, und der Beschuldigte nickte immer noch bedächtig mit dem Kopf und erzählte seine eigenen Geschichten, die mit den Fragen nichts zu tun hatten.

Staatsanwalt Julius Heidinger hatte anfangs beschrieben, dass der Pensionist und seine 46-jährige Tochter immer wieder auf die Mutter losgegangen waren. Der Mann soll ihr nicht nur Faustschläge ins Gesicht versetzt, sondern sie auch mit einem Schneidbrett geschlagen haben. Der Tochter - Sozialpädagogin mit Doktortitel - wird unter anderem vorgeworfen, die Mutter an der Nase gepackt und so hin -und hergerissen zu haben, dass die Frau Nasenbluten bekam. Auch Drohungen wie „du gehörst weg, ich bring dich in die Nervenklinik“ sollen seitens der 46-Jährigen gefallen sein.

„Sie war immer schon rechthaberisch und depressiv, sie hat mich immer bevormundet“, beklagte sich der Pensionist über das Opfer. Die Schläge leugnete er, die Streitereien nicht. Er wurde schließlich weggewiesen, tauchte aber schon am nächsten Tag wieder auf dem Hof auf: „Ich wollte den Holunder spritzen“, rechtfertigte er sich.

Die Tochter schilderte in wohlgesetzten Worten, dass sich die Mutter die Drohungen ausgedacht habe und sie sich nie so einer primitiven Sprache bedienen würde. Da hielt ihr die Richterin ein Mail an den Bruder vor, in dem sie sich ziemlich ungehobelt äußerte. Da war auch zu lesen, dass die Mutter „wieder eine Ohrfeige“ bekommen würde, wenn sie sie noch einmal anspucken würde. Zum Bruder - dem die Mutter immer wieder Geld gegeben haben soll, obwohl er bei seinem Studium nichts weiterbrachte - soll sie gesagt haben: „Pass auf du, Trottel, du bist ja drogensüchtig, ich zeig dich an, dir glaubt eh keiner.“

Die Verhandlung wurde vertagt, nächsten Mittwoch (16. Jänner) soll die Mutter als Zeugin gehört werden.




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