Letztes Update am Mi, 09.01.2019 13:44

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Winterwetter - Weiter 350 Haushalte in Salzburg ohne Strom



Salzburg/Österreich-weit (APA) - Im Bundesland Salzburg waren am Mittwochvormittag weiter rund 350 Haushalte ohne Strom. Betroffene Bewohner sind nun teilweise schon seit vier Tagen vom Leitungsnetz getrennt. In Gebieten, wo wegen der hohen Lawinengefahr Straßen gesperrt wurden oder betroffene Leitungsabschnitte nicht erreichbar sind, konnten die Techniker des Netzbetreibers aber noch immer keine Schäden reparieren.

Wie eine Sprecherin der Salzburg AG sagte, treten die Probleme lokal sehr begrenzt in einigen wenigen Gemeinden im Tennengau und im Pongau auf. So waren etwa am Rengerberg bei Bad Vigaun am Mittwoch noch 60 bis 70 Anschlüsse ohne Strom. Wie der Bürgermeister der Gemeinde zur APA sagte, seien die Bewohner zwar wohlauf, einige Häuser wurden aufgrund der Lawinengefahr aber evakuiert.

Die Zahl der nicht versorgten Kunden habe laut Salzburg AG im Laufe der vergangenen Tage reduziert werden können - am Montagabend waren noch mehr als 500 Haushalte betroffen. „Wir haben mittlerweile auch 22 Notstromaggregate aller Größen eingesetzt, die entweder direkt beim Kunden stehen oder in das Netz einspeisen.“ Angesichts der Wetterlage sei es aber jederzeit möglich, dass neue Ausfälle hinzukommen.

Parallel dazu laufen - wo möglich - die Reparaturen auf Hochtouren. Erich Neuhauser, Monteur der Salzburg Netz GmbH, schilderte gegenüber der APA jedoch die Probleme bei den Einsätzen. „Wenn keine Hubschrauberflüge möglich sind, ist es schwierig, den Ort der Störungen zu finden.“ Er und seine Kollegen müssten teilweise Leitungsabschnitte zu Fuß abgehen, um beschädigte Stellen zu finden. Man sei dabei mit Schneeschuhen unterwegs - und trage mit Klemmen, Drähten und Verbindungsteilen mitunter einige Last am Rücken.

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Zudem müssen in Leitungen hängende Äste oder Bäume oft erst umgeschnitten werden. „Nach einigen Stunden ist man körperlich an der Grenze“, sagte Neuhauser. Zwar ließen sich herunterhängende Leitungen meist binnen zwei Stunden reparieren, bei einem gebrochenen Strommasten könne man derzeit aber kaum etwas machen. „Die schweren Maschinen würden im Schnee versinken.“

Die Salzburg AG kündigte angesichts der weiteren Schneefälle am Mittwoch an, das Personal für Reparaturen weiter aufzustocken. Zudem hat sich das Unternehmen von der „Kärnten Netz GmbH“ ein Dutzend Spezialisten „geborgt“. Dort, wo in den nächsten Tagen große Schneemassen erwartet werden, wurden außerdem Monteure stationiert. Damit sollen Reparaturen möglich sein, auch wenn ein Ort einmal nicht erreichbar sein sollte.

„Wir hoffen, dass die Schäden rasch wieder behoben werden können“, sagte am Mittwoch eine betroffenen Landwirtin zur APA. Der Hof von Magdalena Wallinger bei St. Koloman im Tennengau ist seit Samstag wegen zahlreicher umgestürzter Bäume nicht auf der Straße erreichbar. „Seit Tagen fällt bei uns auch immer wieder der Strom aus.“ Es gebe aber dabei immer wieder kurze Phasen, in denen Strom fließe. „Das ist für den Warmwasserboiler, die Zentralheizung und die Gefriertruhe sehr wichtig.“ Licht komme von Taschenlampen und Kerzen. Das Notstromaggregat des Hofs ist hingegen dafür reserviert, die Melkmaschine für die Kühe im Stall zu betreiben.




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