Letztes Update am Mi, 09.01.2019 14:37

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Pkw-Neuzulassungen 2018 rückläufig - Branche zufrieden mit Hofer



Wien (APA) - Die Pkw-Neuzulassungen waren im Vorjahr leicht rückläufig und auch für heuer ist der Ausblick der Autobranche verhalten. Die Hoffnung ruht auf Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ), der heute vor Eröffnung der Vienna Auto Show ein klares Bekenntnis zum Individualverkehr abgab - und damit für sichtlich gute Laune in der Branche sorgte.

Eine Streichung des Steuervorteils für Diesel werde es nicht geben, so Hofer. Hier von einem Privileg zu sprechen, sei falsch. Zur Erklärung: Die Mineralölsteuer auf Diesel ist um 8,5 Cent pro Liter niedriger als auf Benzin. Die Steuerbegünstigung für Dieselfahrer betrug laut VCÖ im Vorjahr 710 Mio. Euro.

Für den Wunsch der Autoindustrie nach einem Aus für die Normverbrauchsabgabe (NoVA) zeigte Hofer Verständnis, verwies aber auf die Zuständigkeit des Finanzministers. Zu der Diskussion um 140 km/h Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn meinte Hofer, bisherigen Messungen zufolge habe der CO2-und NOX-Ausstoß lediglich um ein bis zwei Prozent zugenommen.

Dass es trotz der E-Mobilitätsoffensive einen Rückgang beim Verkauf von E-Autos an Privatpersonen gab, führte der Minister auf die Verunsicherung der Konsumenten und die bisher hohen Preise zurück. Zur Einordnung: Ein neuer VW Golf mit Benzinmotor beginnt bei einem Listenpreis von 21.000 Euro, bei einem E-Golf sind es 39.000 Euro. Dafür gibt es heuer eine Förderung von 3.000 Euro. Von den 341.068 Pkw, die im Vorjahr neu zugelassen wurden, entfielen 6.757 auf Elektrofahrzeuge.

Unter dem Rückgang der Neuzulassungen von 3,5 Prozent litt insbesondere der Diesel, davon wurden 2018 im Vergleich zu 2017 um ein Fünftel weniger verkauft - womit im Vorjahr mehr benzin- als dieselbetriebene Autos neu auf die Straßen kamen. Marktführer blieb VW mit einem Marktanteil von 16,7 Prozent, ein Rückgang um 3 Prozentpunkte. Der große Sieger war 2018 - wenig überraschend - der SUV mit einem Zulassungsplus von 19 Prozent. Der Anteil der Tageszulassungen an den Neuzulassungen blieb mit 6,8 Prozent stabil. Die begehrteste Leistungsklasse im Vorjahr war jene von 105 bis 125 PS. Bis 64 PS waren gerade einmal gut 700 Käufern genug.

Für das heurige Jahr gab sich heute Günther Kerle, Vorsitzender der Automobilimporteure, gebremst optimistisch. Die Diskussionen rund um den Dieselmotor und die fehlende Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge würden die Kunden weiterhin verunsichern. Dies könnte auf die Margen drücken, hatte kürzlich der deutsche Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer gewarnt. Er erwartet, dass die Rabattschlacht bei den Autohändlern weiter geht. Im Jahresschnitt 2018 habe es in Deutschland einen Nachlass von 19 Prozent gegeben. Viele Händler hätten gebrauchte Dieselautos nur mit hohen Verlusten und Neuwagen nur mit Unterstützungsaktionen verkauft.

Die Vienna Auto Show findet vom 10. bis 13. Jänner in der Messe Wien wieder zeitgleich mit der Ferienmesse statt. Erwartet werden rund 160.000 Besucher, es empfiehlt sich die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Angekündigt sind zwei Europa- und mehr als zwei Dutzend Österreichpremieren, insgesamt werden rund 400 Fahrzeuge vorgestellt. Die Tageskarte kostet 14,90 Euro, Kinder bis zehn Jahre kommen gratis rein.

( 0036-19, Format 88 x 188 mm)




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