Letztes Update am Mi, 09.01.2019 15:29

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Rom unterstützt Forderung zur Rückgabe von zu NS-Zeit geraubtem Bild



Rom (APA) - Die italienische Regierung will die Forderungen der Uffizien in Florenz zur Rückgabe eines von den Nazis geraubten Gemäldes des niederländischen Malers Jan van Huysum unterstützen. Das Außenministerium werde gegenüber Deutschland, wo sich das Gemälde befindet, auf die Rückgabe drängen, erklärte der italienische Kulturminister Alberto Bonisoli am Mittwoch.

Das Stillleben, das Blumen in einer Vase zeigt, müsse endlich nach Italien zurückkehren, sagte der Minister. Das Bild befindet sich trotz zahlreicher Anfragen des italienischen Staats noch immer im Besitz einer deutschen Familie. Bonisoli koordinierte am Mittwoch ein Treffen mit hochrangigen Funktionären des italienischen Außenministeriums und mit Uffizien-Direktor Eike Schmidt, um eine Strategie für die Rückkehr des Gemäldes nach Italien zu besprechen.

Das Ölgemälde sei im Zweiten Weltkrieg von Wehrmachtssoldaten geraubt und nach Deutschland gebracht worden, erklärte Schmidt. Nach dem Krieg habe sich seine Spur verloren, erst nach der Wiedervereinigung sei es wieder aufgetaucht. Deutschland müsse nun sicherstellen, dass das Gemälde „an seine rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben wird“, hatte Schmidt vor einigen Tagen verlangt.

Kulturminister Bonisoli erklärte, Italien wolle eine Liste der illegal ins Ausland gebrachten Kunstwerke erstellen. Der Minister bezog sich unter anderem auf die mehr als 2000 Jahre alte griechische Bronzestatute „Siegreiche Jugend“, die 1964 in internationalen Gewässern gefunden worden war. Der siegreiche Athlet aus der hellenistischen Zeit, angeblich ein Werk des griechischen Bildhauers und Erzgießers Lysipp, ist das wichtigste archäologische Kulturgut, um das sich Italien und die USA streiten und ist eine wichtige Touristenattraktion des Getty-Museums in Los Angeles.




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