Letztes Update am Mi, 09.01.2019 17:56

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Staat garantiert Carige-Bonds, Zwangsverwalter: Keine Verstaatlichung



Rom (APA/Reuters) - Die italienische Krisenbank Banca Carige wird aus Sicht eines ihrer Zwangsverwalter voraussichtlich nicht verstaatlicht. Das stehe nicht zur Debatte und sei nicht notwendig, sagte Interimsverwalter Pietro Modiano am Mittwoch in Genua. Es sei eine weniger als abstrakte Möglichkeit.

Die italienische Regierung hatte am Montag ein Dekret verabschiedet, um dem schwächelnden Institut unter die Arme zu greifen.

Rom übernimmt demnach unter anderem Garantien für neue Anleihen des Instituts. Zudem legte die Regierungskoalition aus populistischer Fünf-Sterne-Bewegung und rechter Lega für die potenziellen Kosten zur Stützung der Bank einen Fonds im Volumen von 1,3 Milliarden Euro auf.

Die Europäische Zentralbank hatte Italiens zehntgrößtes Geldhaus in der vergangenen Woche unter Zwangsverwaltung gestellt. Zuvor war eine geplante 400 Mio. Euro schwere Kapitalerhöhung am Widerstand eines Großaktionärs gescheitert. Mit dem Kapitalschritt sollte eigentlich eine 320 Millionen Euro schwere Wandelanleihe des von den italienischen Geldhäusern getragenen Einlagensicherungsfonds FITD abgelöst werden.

Aufgrund des Scheiterns der Pläne liegt die Verzinsung für die Wandelanleihe nun bei 16 Prozent, was die ohnehin schwierige Finanzlage von Carige verschärfte.

Die Verwalter des Bankhauses haben deshalb den Einlagensicherungsfonds gebeten, die Verzinsung der Anleihe zu senken. Laut dem Fonds ist diese Frage offen. Es gebe zwar einige Überlegungen, aber eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, sagte FITD-Präsident Salvatore Maccarone am Mittwoch.

Die Ratingagentur DBRS kam unterdessen zu der Einschätzung, dass die Schwierigkeiten von Carige keine großen Auswirkungen auf das italienische Bankensystem haben werden. Die Probleme der Bank seien schon seit einiger Zeit bekannt, urteilten die Bonitätswächter. Die Ratingagentur S&P äußerte sich ähnlich.

In einer Parlamentsrede hatte zuvor Wirtschaftsminister Giovanni Tria eine allfällige Verstaatlichung der Krisenbank keineswegs in Abrede gestellt. „Eine Verstaatlichung wäre befristet“, meinte der italienische Wirtschaftsminister.




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