Letztes Update am Mi, 09.01.2019 18:08

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Festplatte mit Autopsien von Anschlagsopfern von Jihadist gestohlen



Brüssel (APA/AFP) - In Brüssel steht ein verurteilter Jihadist im Verdacht, eine Festplatte mit Autopsieberichten von Anschlagsopfern aus einem Gerichtsgebäude gestohlen zu haben. Vergangenen Donnerstag seien „verschiedene Objekte, darunter eine Festplatte“ aus dem Büro eines Gerichtsmediziners entwendet worden, teilte die Staatsanwaltschaft Brüssel am Mittwoch mit.

Verdächtigt werde ein Mann, von dem nur die Initialen E.K. I. angegeben wurden. Er ist Jahrgang 1991 und bereits verurteilt zu fünf Jahren auf Bewährung „in einer Angelegenheit mit Terrorismus-Bezug“.

Die Staatsanwaltschaft machte zu der Verurteilung des Verdächtigen keine weiteren Angaben. Aus Ermittlerkreisen erfuhr die Nachrichtenagentur AFP, dass er in Syrien auf der Seite von Extremisten gekämpft hatte. Auf der entwendeten Festplatte befinden sich unter anderem die Autopsieberichte von Opfern der Brüsseler Anschläge im März 2016, hieß es zudem.

„Nichts weist darauf hin, dass der Diebstahl mit den Anschlägen in Brüssel zusammenhängt“, betonte der Sprecher der Brüsseler Staatsanwaltschaft, Denis Goeman. Der Diebstahl habe zudem keinerlei Auswirkungen auf laufende Ermittlungen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war der Verdächtige am Tag des Diebstahls wegen einer Berufungsanhörung in dem Gebäude, in dem sich auch das Büro des Gerichtsmediziners befindet. Er sei zwei Tage später festgenommen und wegen Diebstahls angeklagt worden. Er bestreite die Tat. Die gestohlenen Objekte seien bisher nicht wiedergefunden worden, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Bei den Selbstmordanschlägen am 22. März 2016 am Brüsseler Flughafen und in der U-Bahn wurden 32 Menschen getötet und mehr als 300 weitere verletzt. Die Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) bekannte sich zu den Angriffen. Die Ermittlungen ergaben, dass dieselbe jihadistische Zelle wie bei den Angriffen in Paris im November 2015 mit 130 Todesopfern dahinter stand.




Kommentieren