Letztes Update am Do, 10.01.2019 09:32

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Proteste bei Merkel-Besuch in Athen erwartet



Athen/Berlin (APA/dpa) - Anlässlich des Besuchs der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel an diesem Donnerstag in Athen haben verschiedene griechische Parteien und Organisationen Proteste angekündigt. Die Polizei wird mit mehr als 2.000 Kräften im Einsatz sein, wie der griechische Fernsehsender Skai berichtete. Das Spektrum der Kritiker reicht demnach von ganz links- bis ganz rechts außen.

So erklärte beispielsweise die linke, eurokritische Partei „Laiki Enotita“ die Kanzlerin zur unerwünschten Person. Sie stehe für die „wilde Sparpolitik“ und die „monumentale Zerstörung“ Griechenlands, heißt es in einem Demonstrationsaufruf.

Die rechtsextreme Partei „Chrysi Avgi“ (Goldene Morgenröte) will dagegen protestieren, dass Merkel sich für eine Einigung im Namensstreit zwischen Griechenland und dem Nachbarland Mazedonien ausspricht, das künftig „Nord-Mazedonien“ heißen soll. Im Gegenzug soll Griechenland nicht länger eine Annäherung Mazedoniens an die EU und NATO blockieren.

Merkel wird am frühen Abend von Ministerpräsident Alexis Tsipras in seinem Amtsitz im Stadtzentrum empfangen. Am Freitag trifft die Kanzlerin unter anderem den griechischen Staatspräsidenten Prokopis Pavlopoulos.

Vor Beginn ihres zweitägigen Besuchs äußerte sich Merkel sich zu den Auswirkungen der rigiden Sparprogramme in Griechenland. „Mir ist bewusst, dass die letzten Jahre für viele Menschen in Griechenland sehr schwierig waren“, sagte sie der konservativen Athener Tageszeitung „Kathimerini“ (Donnerstag). Europa habe sich mit den drei Hilfsprogrammen für das pleitebedrohte Land solidarisch gezeigt.

Es sei zweifellos ein steiniger Weg in Richtung finanzieller und wirtschaftlicher Stabilität, sagte Merkel. „Aber mit dem Abschluss des dritten Programms im vergangenen Jahr ist Griechenland bereits weit vorangekommen. Das sollte Ansporn für die Zukunft sein.“ Auf die Partnerschaft und Freundschaft Deutschlands könne das Land dabei weiterhin bauen.




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