Letztes Update am Do, 10.01.2019 12:17

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Weißrussischer Präsident schließt Vereinigung mit Russland aus



Minsk (APA/dpa) - Für den weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko steht eine Vereinigung mit Russland nicht auf der Tagesordnung. Solche Überlegungen seien „an den Haaren herbeigezogen“, sagte Lukaschenko am Donnerstag in Minsk. Er sei sich auch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin einig, dass keine Vereinigung bevorstehe, sagte er der staatlichen weißrussischen Nachrichtenagentur Belta zufolge.

Putin und Lukaschenko hatten sich vor Jahresende mehrfach getroffen, aber keine Lösung für wirtschaftliche Streitfragen der verbündeten Nachbarstaaten gefunden. Dabei geht es vor allem um die Bedingungen, zu denen Weißrussland russisches Öl kauft. Die Moskauer Seite gab zu verstehen, dass Minsk nur mit wirtschaftlichen Hilfen rechnen könne, wenn es sich in Russland integriere. Das Modell dafür ist ein bereits 1996 vereinbarter Unionsstaat zwischen Russland und Weißrussland, der aber weitgehend nur auf dem Papier existiert.

Zwar hat auch der Kreml in den vergangenen Tagen dementiert, dass es Überlegungen für eine Vereinigung mit Weißrussland gebe. Russische Experten zogen aber eine Verbindung zu der Frage, was Putin nach dem Auslaufen seiner vierten Amtszeit 2024 machen wird. Laut Verfassung darf er dann nicht mehr russischer Präsident sein. Ein Ausweg wäre, Oberhaupt eines neuen, vereinigten Staates aus Russland und Weißrussland zu werden.




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