Letztes Update am Do, 10.01.2019 12:23

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zellwandveränderungen machen Keime gegen neues Medikament resistent



Wien (APA) - Genetische Veränderungen, die zu einer Verdoppelung der Dicke der Zellmembran von Staphylococcus aureus (S. aureus) und geringeren Wachstumsraten führen, machen solche Keime gegen das relativ neue Antibiotikum Dalbavancin resistent. Das haben Wiener Infektiologen bei einem Patienten mit einer solchen Infektion nach Herzschrittmacher-Implantation nachgewiesen.

Der Bericht von Manuel Kussmann (Klinische Abteilung für Infektionen und Tropenmedizin/AKH/MedUni Wien) und Co-Autoren dazu ist in „Emerging Microbes & Infections“ erschienen. Bei einem 36-jährigen Herzpatienten war eine S. aureus-Infektion aufgetreten. Er erhielt eine Langzeittherapie mit dem relativ neuen und lang wirksamen Antibiotikum Dalbavancin erhalten hatte. Der Wirkstoff ist jenem von Teicoplanin ähnlich. In umfangreichen Studien mit verschiedenen Methoden wurden jene Veränderungen bei den Keimen identifiziert, welche zur Unempfindlichkeit gegenüber dem Medikament führten. Durch Genmutationen schützte sich das Bakterium offenbar durch eine starke Verdickung der Zellwand und eine reduzierte Wachstumsrate. Allerdings blieben die Keime empfindlich für eine Therapie mit dem bekannten Spitalsantibiotikum Vancomycin.




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