Letztes Update am Do, 10.01.2019 13:53

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Landestheater Linz 2017/18 mit weniger Besuchern



Linz (APA) - Das Landestheater Linz hat in der Spielzeit 2017/18 mit 328.100 Besuchern die niedrigste Zuschauerzahl seit Start des Musiktheaters erzielt, dennoch ist man zufrieden: Trotz 1,4 Millionen Euro weniger an öffentlichen Mitteln habe man die Umsatzerlöse der Vorsaison beinahe halten können. Intendant Hermann Schneider sieht daher keinen Grund, seine Programmierung zu ändern.

Die Auslastung lag 2017/18 bei 81,79 Prozent, in der Saison davor waren es 83,84 Prozent. Die Zahl der Besucher sank von 339.880 auf 328.100, jene der Abonnenten von 16.361 auf 15.734. Dennoch habe man bei den Umsatzerlösen knapp die 12,06 Millionen der vorangegangenen Saison gehalten und einen im internationalen Vergleich respektablen Eigendeckungsgrad von 24,6 Prozent erreicht, rechnete der kaufmännische Geschäftsführer Uwe Schmitz-Gielsdorf am Donnerstag in einer Bilanz-Pressekonferenz vor. Es ist seine letzte, in wenigen Tagen übergibt er sein Amt an Thomas Königstorfer.

Die öffentlichen Zuschüsse zum laufenden Betrieb von Landestheater und Bruckner Orchester sind von 39,45 auf 38,01 Millionen Euro gesunken und lagen sogar um 2,9 Millionen Euro unter der Finanzvereinbarung. „Und das relativ kurzfristig“, während ein Theater immer langfristig plane, gab Schmitz-Gielsdorf zu bedenken. Daher sei er froh, die Saison 2017/18 mit einem ausgeglichenen Ergebnis beenden zu können.

Intendant Schneider rechnet die Entwicklung einerseits den etwas anspruchsvolleren Stücken zu, die gespielt wurden, andererseits sei man nach dem Hype zum Start des Musiktheaters nun „in der Normalität angekommen“. Er sieht keinen Grund, seine Programmierung zu ändern, denn „wirtschaftlich hat es ja trotz Besucherrückgangs funktioniert“. Zudem wolle er dem Haus seinen Nimbus durch die künstlerischer Arbeit geben und nicht durch die Besucherzahlen, betonte Schneider.

Und seine künstlerische Bilanz fällt durchaus zufrieden aus: Die Eröffnungsproduktion „Die Frau ohne Schatten“ von Richard Strauss sei ein „von Publikum und Presse groß gefeierter Erfolg“ geworden, die Koproduktionen „La Damnation de Faust“ mit der Opera de Lyon und „Death in Venice“ mit der Opera de Nice sowie eine Großbritannien-Tour des Bruckner Orchesters hätten das Haus international positioniert. „In 80 Tagen um die Welt“ wurde beim Österreichischen Musiktheaterpreis zur besten Musicalproduktion gewählt und das Musical „Ghost - Nachricht von Sam“ wurde im Rahmen einer Koproduktion am Berliner Stage Theater des Westens über 300-mal gespielt und ist nun im Stage Operettenhaus in Hamburg zu sehen.

Für die kommende Spielzeit befinde man sich nach der Kündigung des Theatervertrags durch die Stadt Linz im Rückstand, den man auch nicht aufholen könne, sagte Schneider. Die Programmpräsentation werde etwa vier Wochen später erfolgen, möglicherweise werde auch der Vorverkauf später beginnen. Nach der Zusage des Landes, für die fehlenden Linzer Mittel einzuspringen, habe er nun „Sicherheit für 2019/20“, für die Saison 2020/21 hingegen noch nicht. Ob angesichts der immer knapper und unsicherer werdenden öffentlichen Mittel der Gedanke im Raum stehe, kommerzieller in der Programmierung zu werden? „Jein“, meint Schneider, betont aber, dass er es als falsches Signal sehen würde, jetzt kommerzieller zu werden. „Wir sind eine Kultureinrichtung“ - schließlich spreche auch niemand davon, dass ein Krankenhaus Gewinne erwirtschaften müsse, so der Intendant.

(S E R V I C E - https://www.landestheater-linz.at/)




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