Letztes Update am Do, 10.01.2019 14:13

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Winterwetter - Lage in OÖ laut Land ernst, aber Sicherheit gegeben



Linz (APA) - 31 Straßenmeistereien mit rund 550 Mitarbeitern und 150 Räum- und Streufahrzeugen, 1.500 Einsätze von den Feuerwehren, 35 Straßensperren, zwei nicht erreichbare Orte, 23 geschlossene Schulen und Kindergärten sowie 600 Haushalte ohne Strom - so lautete Donnerstagmittag eine erste Zwischenbilanz des Landes Oberösterreichs nach den Tagen anhaltender Schneefälle.

Und die Lage soll bis Anfang kommender Woche angespannt bleiben, auch wenn der Schneefall am Freitag laut Prognose vorübergehend pausiert. Der nächste ergiebige Niederschlag im Nordstau der Alpen steht von Sonntag bis Dienstag bevor, bis zu einem Meter Neuschnee wird in den Bergen nochmals erwartet. Dazu wehe stürmischer Wind, informierte Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) am Donnerstag in einer Pressekonferenz. Die Situation bezeichnete er daher als ernst, aber die Sicherheit im Land sei gegeben, denn die „vielen Einsatzkräfte und Mitarbeiter in den Behördenorganisationen leisten fast Übermenschliches“, bedankte er sich bei diesen. Gleichzeitig appellierte er aber an die Bevölkerung, „sich an die Ratschläge und Anweisungen der Behörden zu halten, um nicht sich oder andere in Gefahr zu bringen“.

Auch wenn der oberösterreichische Zentralraum nur leicht „angezuckert“ ist, erstickten vor allem das Innere Salzkammergut und das Mühlviertel beinahe im Schnee. Unter der Schneelast abbrechende Äste fallen auf Oberleitungen und sorgen in den beiden Regionen immer wieder für Stromausfälle. 80 Mitarbeiter der Energie AG seien laut Stelzer im Dauereinsatz, um die Störungen zu beheben. Donnerstagmittag waren dennoch 600 Haushalte nicht versorgt.

Im Süden Oberösterreichs waren der Pyhrnpass, der Hengstpass, der Koppenpass und der Pass Gschütt bis auf weiters für den Verkehr gesperrt. Zahlreiche Bundesstraßen vor allem im Inneren Salzkammergut waren nicht befahrbar, weshalb Hallstatt und Obertraun nicht mit dem Auto sondern nur mit dem Zug erreichbar waren. Gosau sowie die Marktgemeinde St. Leonhard im Mühlviertel waren ganz abgeschnitten. In 23 Schulen und Kindergärten des Landes hieß es am Donnerstag „schneefrei“. Die Feuerwehr stand permanent im Einsatz, um Straßen von umgestürzten Bäumen zu befreien. Das Rote Kreuz war damit beschäftigt, die medizinische Versorgung in den betroffenen Bezirken sicherzustellen. Zudem befand sich je eine Kompanie des Bundesheeres im Assistenz-Einsatz, um im Bereich Rosenau am Hengstpass und in Spital am Pyhrn Schnee von einsturzgefährdeten Dächern zu schaufeln.

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Dass die Zusammenarbeit der einzelnen Hilfsorganisationen so gut funktioniere, liege auch daran, dass „alle Agenden des Katastrophenschutzes in Oberösterreich in einer Hand liegen“, erklärte der dafür zuständige Landesrat Elmar Podgorschek (FPÖ). Auch am Wochenende werden sie alle wohl weiter gefordert, wenn der nächste Neuschneeschub ansteht. Die Lawinengefahr bleibt daher sehr hoch (Stufe 5), Warnstufe rot gilt bis auf weiteres für die Bezirke Gmunden, Kirchdorf und Steyr-Land. Im Bereich der Nordalpen fielen allein in den vergangenen acht bis zehn Tagen bis zu drei Meter Schnee, die Gesamthöhe betrug laut Podgorschek bis zu vier Meter.




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