Letztes Update am Do, 10.01.2019 14:25

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Rhön-Klinikum will groß in Telemedizin einsteigen



Bad Neustadt (APA/dpa) - Angesichts eines drohenden Ärztemangels auf dem Land steigt der private deutsche Krankenhauskonzern Rhön-Klinikum in die Telemedizin ein. Das deutsche Unternehmen will ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Schweizer Telemedizinanbieter Medgate gründen, das digitalen Arztbesuche per Video und Telefon und Smartphone-App anbieten soll.

Rhön-Klinikum will mit 51 Prozent die Mehrheit an dem geplanten Joint Venture halten, wie der im SDAX notierte Konzern am Donnerstag in Bad Neustadt mitteilte. Der Plan ist ehrgeizig, die neue Medgate Deutschland soll Marktführer werden.

Wieviel beide Firmen investieren, enthüllten Rhön-Klinikum und Medgate nicht. Abgesehen von den Deutschland-Plänen überlegt Rhön-Klinikum auch, mit den Schweizern gemeinsam auf internationaler Bühne im Telemedizin-Geschäft aktiv zu werden.

Der Anlass: Die Mehrheit der Ärzte in ländlichen Regionen Deutschlands ist vorgerückten Alters, so dass der Bedarf an Beratung via Handy oder Computer in den kommenden Jahren steigen wird. Außerdem erwarten Fachleute generell starkes Wachstum von Telemedizin-Angeboten.

Der Deutsche Ärztetag hatte im vergangenen Jahr das sogenannte Fernbehandlungsverbot gelockert - dieses schrieb vor, dass Ärzte ihnen unbekannte Patienten ausschließlich persönlich beraten durften.

Deutschland gilt bisher in Sachen Telemedizin als Entwicklungsland. „Das Potenzial in Deutschland ist riesig“, erklärte Medgate-Chef Andy Fischer. In den USA sind Google und Microsoft an Telemedizin-Angeboten beteiligt. In der Branche gilt als möglich bis wahrscheinlich, dass die zwei US-Konzerne auch in diesem Bereich nach Europa drängen werden.

~ ISIN DE0007042301 WEB http://www.rhoen-klinikum-ag.com ~ APA387 2019-01-10/14:21




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