Letztes Update am Do, 10.01.2019 15:17

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutscher Buchhandel schließt 2018 mit hauchdünnem Plus



Frankfurt am Main (APA/dpa) - Ein solides Weihnachtsgeschäft hat dem deutschen Buchhandel 2018 ein Mini-Plus beschert. Der Umsatz stieg nach vorläufigen Zahlen um 0,1 Prozent, wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. 2017 war der Umsatz um 1,6 Prozent auf 9,1 Milliarden Euro geschrumpft. Der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels wird Zahlen Anfang nächster Woche bekanntgeben.

Die deutschen Zahlen basieren auf monatlichen Erhebungen über verschiedene Verkaufswege des Marktforschungsunternehmens Media Control. Genaue Zahlen zu Umsatz und dem Wachstum im Internethandel will der Börsenverein erst Mitte des Jahres veröffentlichen. Der Branchenverband sieht ein positives Zeichen. Die Zahlen zeigen allerdings auch, dass sich der Kaufschwund im Handel ungebremst fortsetzt. Der Absatz von Büchern - also die Zahl verkaufter Exemplare - ging im vergangenen Jahr um 1,4 Prozent zurück. Höhere Preise konnten dies beim Umsatz jedoch wettmachen. Im Schnitt zahlte jeder Käufer exakt pro Buch 13,36 Euro - und damit 1,4 Prozent mehr.

Bereits zwischen 2013 und 2017 hat der deutsche Publikumsmarkt (ohne Schul- und Fachbücher) 6,4 Millionen Käufer verloren. Das war fast jeder fünfte Kunde, wie eine im vergangenen Jahr vom Börsenverein vorgelegte Untersuchung ergab. Vor allem der Druck auf die Sortimenter bleibt hoch. Dazu passt die Nachricht, dass Deutschlands größte Buchhandelskette Thalia mit der Nummer vier der Branche - der Mayerschen Buchhandlung - fusioniert. Das gaben beide Unternehmen am Donnerstag bekannt. Thalia-Mehrheitsgesellschafter Manuel Herder wertete den Zusammenschluss als „ein Zeichen des Aufbruchs gegen die Marktmacht globaler Online-Händler und für die innerstädtische Lesekultur“.

Unter den Gattungen waren im vergangenen Jahr in Deutschland Sachbücher mit einem Plus von 5,5 Prozent die großen Gewinner. Auch Kinder- und Jugendbücher legten beim Umsatz mit 3,2 Prozent deutlich zu. Die Belletristik als bedeutendste Warengruppe liegt dagegen mit 0,9 Prozent im Minus. Deutlich rückläufig waren 2018 auch Reiseliteratur (-3,2 Prozent) und Ratgeber (-1,2 Prozent).

Der meistverkaufte Roman (Hardcover) in Deutschland war „Der Insasse“ von Sebastian Fitzek vor Frank Schätzings „Die Tyrannei des Schmetterlings“ und Dörte Hansens „Mittagsstunde“. Bei den Sachbüchern (Hardcover) liegt Michelle Obamas Autobiografie „Becoming“ vorn. Dahinter folgten „Kurze Antworten auf große Fragen“ von Stephen Hawking und „Der Ernährungskompass“ von Bas Kast.




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