Letztes Update am Do, 10.01.2019 16:01

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Steuerreform - Tirols AK-Chef Zangerl sieht „Mogelpackungen“



Innsbruck (APA) - Tirols schwarzer AK-Chef Erwin Zangerl hat am Donnerstag kein gutes Haar an den Steuerreform-Plänen der Bundesregierung gelassen. Wer glaube, die Reform werde zu mehr Gerechtigkeit führen und den Arbeitnehmern zu Gute kommen, „wird enttäuscht werden“, meinte Zangerl, der auch Vizepräsident der Bundesarbeiterkammer ist.

Anstelle wirklicher Entlastungen rechnete der Tiroler Arbeiterkammerpräsident in einer Aussendung mit „weiteren Mogelpackungen auf Kosten der Beschäftigten“. Ein wesentlicher Schritt zu mehr Steuergerechtigkeit wäre die Abschaffung der Kalten Progression, die Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und FPÖ-Vizekanzler Heinz-Christian Strache im Nationalratswahlkampf versprochen hätten. Diese fresse die Steuerreform aus 2016 und die Lohnerhöhungen völlig auf.

Die Kalte Progression belaste die Arbeitnehmer als „versteckte Steuer“ enorm und bringe dem Finanzminister allein 2019 und 2020 über 2,8 Milliarden Euro. Dieses Geld stehe eigentlich den Beschäftigten zu, argumentierte Zangerl: „Da können dann schon Geschenke verteilt werden, wie der Familienbonus Plus, den sich die Arbeitnehmer in Wirklichkeit selbst zahlen.“ Zangerl ortete das Prinzip „Tarnen und Täuschen“ dahinter. Geld werde lediglich von einer Tasche in die andere verschoben.

Der Bundesregierung gehe es nicht um die Gruppe der Steuerzahler und deren Zukunft, sondern um ein Nulldefizit auf Kosten der Beschäftigten, attestierte Zangerl, der sich gerade im Wahlkampf für die vom 28. Jänner bis 7. Februar in Tirol stattfindende AK-Wahl befindet. „Bisher hat die Regierung Wirtschaft und Industrie hofiert, das wird sich auch bei der kommenden Steuerreform durchsetzen“, so Zangerl.

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