Letztes Update am Fr, 11.01.2019 06:18

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Inhaftierter Ex-Nissan-Chef Ghosn erholt sich von Fieber



Yokohama/Boulogne-Billancourt (APA/dpa) - Der in japanischer Untersuchungshaft sitzende frühere Verwaltungsratschef des Renault-Partners Nissan, Carlos Ghosn, hat sich von einem Fieber erholt. Das gab sein Anwalt am Freitag bekannt. Bis zu dem Tag hatte ein Gericht seine bereits mehr als 50 Tage andauernde Inhaftierung verlängert. Doch ob der 64-Jährige auf Kaution aus der Haft kommt, ist ungewiss.

Die Staatsanwaltschaft könnte neue Vorwürfe gegen den prominenten Manager vorbringen oder ihn anklagen. Ghosn war zu Wochenbeginn erstmals seit seiner Festnahme am 19. November wegen Verdachts auf Verstoß gegen Börsenauflagen vor Gericht erschienen und beteuerte seine Unschuld. Seine Anwälte hielten es für möglich, dass Ghosn noch für mindestens sechs weitere Monate in Haft bleiben könnte, bis sein Prozess beginnt. Einen Termin gibt es noch nicht.

Die Staatsanwaltschaft beschuldigt Ghosn, jahrelang Einkommen viel zu niedrig angegeben zu haben. Ihm wird zudem vorgeworfen, Verluste aus Devisenabsicherungsgeschäften während der globalen Finanzkrise 2008/2009 auf Nissan übertragen zu haben. Ghosn ist Architekt der internationalen Autoallianz aus Renault, Nissan und Mitsubishi. Er hatte Nissan einst vor der nahen Pleite gerettet. Kurz nach seiner Festnahme hatten ihn Nissan und Mitsubishi von seinem Posten gefeuert.

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