Letztes Update am Fr, 11.01.2019 09:27

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tennis: Djokovic, Federer und Serena Williams Favoriten in Melbourne



Melbourne (APA) - Auch im neuen Jahr sind es die Altstars, die bei den am Montag beginnenden Australian Open in Melbourne die großen Favoriten sind. Novak Djokovic will nach den Triumphen in Wimbledon und bei den US Open ebenso den Major-Hattrick wie Roger Federer, der zuletzt 2017 und 2018 beim „Happy Slam“ gewonnen hat. Der Serbe und der Schweizer könnten zudem mit dem siebenten Titel den alleinigen Rekord holen.

Djokovic möchte seine Nummer-1-Position halten, dazu muss er im Melbourne Park zumindest das Achtelfinale erreichen. Abgelöst auf dem Tennis-Thron könnte er nur werden, wenn er davor verliert und Rafael Nadal den Titel holt. Der als Nummer zwei gesetzte Nadal ist der dritte Weltstar auf der Jagd nach seinem bereits 18. Major-Titel. Für Federer, der vor Jahresfrist als erster Tennis-Mann die 20er-Marke an Grand-Slam-Siegen geknackt hat, steht zudem sein 100. Turniersieg auf dem Spiel.

Dafür müsste er bei setzungsgemäßem Verlauf im Halbfinale Nadal bezwingen, denn der 37-jährige Eidgenosse wurde in dieselbe Hälfte wie der Spanier gelost. „In dem Moment, in dem man die Auslosung sieht, fokussiert man sich auf seine erste Runde und denkt nicht darüber nach, ob du einen siebenten Titel gewinnen kannst“, sagte Federer am Donnerstag im Rahmen der Auslosung. Sein erster Gegner ist der Usbeke Denis Istomin. Er selbst könne gar nicht glauben, dass er die vergangenen beiden Titel in Melbourne geholt hat. „Irgendwie muss es also das Ziel sein, aber ich setze mich nicht zu sehr unter Druck.“

Für den elffachen French-Open-Champion Nadal geht es schon um Major-Titel Nummer 18. Er beginnt seine Jagd danach gegen den Australier James Duckworth. Für Nadal ist es ein Comeback nach einer (weiteren) Knieverletzung, sein bisher letztes Turnier hatte er im vergangenen September bestritten. In der Nacht auf Freitag (MEZ) kam dann die Hiobsbotschaft von Andy Murray, der zu den „big four“ der Tennis-Herren gehörte. Er tritt zum letzten Mal bei den Australian Open an. Der 31-jährige Schotte, nach einer langwierigen Hüftverletzung auf Platz 230 zurückgefallen, wird spätestens nach Wimbledon seine großartige Karriere beenden. Möglich ist aber auch, dass er schon nach seinem Erstrunden-Match gegen Roberto Bautista Agut (ESP-22) den Schläger an den Nagel hängt.

Der nur eine Woche jüngere Djokovic eröffnet sein Event gegen einen Qualifikanten. Auch für den Serben geht es wie für Federer neben dem siebenten Melbourne-Titel um einen Meilenstein: Schafft er seinen 15. Major-Titel, dann überholt er US-Legende Pete Sampras und ist hinter Federer (20) und Nadal (17) auch in der Allzeit-Bestenliste alleiniger Dritter.

Zu den gefährlichen Ungesetzten zählt u.a. Nick Kyrgios, der auf Super-Aufschläger Milos Raonic (CAN-16) trifft. Und der Sieger spielt gegen den Gewinner eines weiteren Erstrundenhits: Stan Wawrinka oder Ernests Gulbis. Gespannt sein darf man, ob dem ATP-Finals-Champion Alexander Zverev (GER-4) nun auch auf Major-Ebene der lange erwartete Durchbruch gelingt. Für den immer noch erst 21-Jährigen ist das French-Open-Viertelfinale 2018 bisher sein bestes Ergebnis.

Bei den Damen gibt es, wenn man so will, zwei Titelverteidigerinnen: Caroline Wozniacki, die 2018 ihren ersten Major-Titel gewonnen hat, und Serena Williams, die im Vorjahr wegen ihrer Babypause nicht hatte antreten können. Der 37-jährige US-Star wurde in denselben Tableau-Ast wie die topgesetzte Rumänin Simona Halep gelost, im Achtelfinale könnte es schon zum großen Schlager der beiden kommen.

Williams hatte vor zwei Jahren, als sie bereits mit Tochter Alexis Olympia schwanger war, ihren 23. Grand-Slam-Titel geholt. Zweimal ist sie nach ihrer Rückkehr noch knapp am Allzeit-Rekord von Margaret Court (AUS/24 Titel) gescheitert, als sie sowohl in Wimbledon als auch bei den US Open erst im Endspiel von Angelique Kerber (GER) bzw. Naomi Osaka (JPN) gestoppt wurde. Kerber, die im Turnierverlauf 31 wird, und Osaka zählen gemeinsam mit Wozniacki und Halep ebenfalls zum Favoritenkreis auf den mit 2,53 Mio. Euro dotierten Siegerscheck.

(Grafik-Nr. 0049-19, Format 88 x 120 mm)




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