Letztes Update am Fr, 11.01.2019 10:36

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Athen: Reparationsforderungen an Berlin für Kriegsschäden möglich



Athen (APA/dpa) - Griechenland behält sich weiter Reparationsforderungen an Deutschland für Schäden aus dem Zweiten Weltkrieg vor. „Dies kann juristisch auf der europäischen Ebene geklärt werden“, sagte der griechische Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos bei einem Treffen mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel in Athen. Dies sei historisch richtig, fügte Pavlopoulos hinzu.

Merkel erklärte, ihr seien die Verbrechen der Nazis in Griechenland bewusst und deswegen stehe Deutschland Griechenland bei. „Das ist eine Herzensangelegenheit“, sagte Merkel. Eine vom Athener Parlament einberufene Kommission aus Experten hatte bereits vor drei Jahren den Umfang der Kriegsschäden auf mindestens 289 Milliarden Euro beziffert. Für Deutschland ist das Thema mit dem 1990 als internationale Grundlage für die deutsche Wiedervereinigung unterzeichneten Zwei-plus-Vier-Vertrag abgeschlossen. Darin heißt es, es seien „keine weiteren Reparationen“ vorgesehen.

Übereinstimmung gab bei dem Treffen zwischen Merkel und Pavlopoulos beim Thema Migration. Die EU müsse das Migrationsproblem gemeinsam und solidarisch angehen, betonte sie. Merkel erklärte, sie teile die griechische Position absolut. Sie wisse, dass gerade in den Aufnahmelagern auf vielen Ägäis-Inseln, die überfüllt seien, die Lage sehr angespannt sei. „Deshalb werden wir uns von deutscher Seite auch immer für eine gemeinsame Asyl- und Flüchtlingspolitik innerhalb der EU einsetzen, bei der jeder eben auch seinen Beitrag leisten muss zur Lösung eines solchen Problems“, betonte Merkel. Pavlopoulos sagte, nur gemeinsam könne man das Problem angehen.




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