Letztes Update am Fr, 11.01.2019 11:00

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Europas Börsen am Vormittag etwas fester - Flybe-Aktien stürzen ab



Frankfurt am Main (APA) - Anleger haben am Freitagvormittag in Europa leichte Gewinne verzeichnet. Der Euro-Stoxx-50 stand gegen 10.40 Uhr mit plus 0,28 Prozent bei 3.084,38 Einheiten. Der DAX in Frankfurt gewann 0,24 Prozent auf 10.947,33 Punkte. In London zeigte sich der FTSE-100 mit plus 0,81 Prozent auf 6.999,41 Punkte.

Am Vormittag standen Daten aus der spanischen Industrie auf dem Programm. Auf der iberischen Halbinsel sei das Produktionsniveau um 1,5 Prozent geringer ausgefallen als im Vormonat, teilte das Statistikamt INE zu den Novemberzahlen mit. Das ist der stärkste Rückgang seit vergangenem April. Auch Analysten wurden von der Entwicklung überrascht: Sie hatten im Monatsvergleich einen Anstieg um 0,4 Prozent erwartet. Der wichtigste Konjunkturdatensatz dürfte jedoch am Nachmittag veröffentlicht werden, weswegen sich Anleger wohl überwiegend zurückhalten.

Um 14.30 Uhr veröffentlichen US-Behörden nämlich die Kern-Verbraucherpreise, auf deren Basis die amerikanische Notenbank Federal Reserve über ihre Zinsschritte entscheidet. Zuletzt hatten sich die Stimmen in den Reihen der Fed gehäuft, die ein behutsameres Vorgehen forderten. Der geldpolitische Rat könne im laufenden Jahr „geduldig“ sein und die Entwicklung der Konjunkturdaten abwarten, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Fed, Richard Clarida, in der Nacht zum Freitag. Zuvor hatte sich Fed-Präsident Jerome Powell mehrfach ähnlich geäußert.

Branchenseitig waren Versicherungswerte gut gesucht. Allianz stiegen um 1,2 Prozent, Munich Re um 1,1 Prozent und AXA um 0,8 Prozent. Dagegen sackten Aktien von Automobilherstellern und ihren Zulieferern ans Ende der Branchentafel ab. Innerhalb des Euro-Stoxx-50 gaben Daimler um 1,2 Prozent nach.

Unter den Einzelwerten stiegen die Aktien von LafargeHolcim in Zürich um zwei Prozent. Die US-Investmentbank Merrill Lynch hatte zuvor das Papier des Schweizer Zementherstellers doppelt hochgestuft, womit die neue Bewertung „Buy“ lautet und nicht mehr „Underperform“ lautete. Geringere Energiekosten stützten die Unternehmensprognosen für 2019 und stabilere Schwellenländer-Währungen die Barmittel-Entwicklung, schrieb der Analyst Arnaud Lehmann in seiner Studie.

Ebenfalls in Zürich rückte der Uhren- und Schmuckhersteller Richemont in den Fokus, der mit starken Zahlen zum Umsatz- und Weihnachtsgeschäft seine Anleger erfreute. In den drei Monaten per Ende Dezember, in die das wichtige Weihnachtsgeschäft fällt, erhöhte der Konzern die Erlöse um 25 Prozent auf knapp 3,92 Mrd. Euro, teilte Richemont mit. Das Papier des Konzerns gewann drei Prozent.

Orion-Titel sackten unterdessen um mehr als sechs Prozent ab. Die derzeitige Dividendenrendite sei dem Aktienpreis nicht gerecht, teilte ein Experte des Analystenhauses Jeffries mit. Deswegen hatten die Wertpapieranalysten ihre Bewertung für die Titel des Pharmakonzerns gesenkt.

Die Aktien der angeschlagenen britischen Billigfluggesellschaft Flybe stürzten um annähernd 80 Prozent auf 3,40 Pence ab. Der Konzern aus der zweiten Börsenreihe wird von einem Konsortium übernommen, an dem auch der Konkurrent Virgin Atlantic beteiligt ist. Die Partner bieten 2,2 Mio. Pfund für Flybe, das ist 1,0 Pence je Aktie. Die Flybe-Aktie war in der Hoffnung auf ein attraktiveres Übernahmeangebot zuletzt auf 16 Pence gestiegen.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA183 2019-01-11/10:56




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