Letztes Update am Fr, 11.01.2019 11:24

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ostausschuss: Deutsche Wirtschaft soll US-Russland-Sanktionen trotzen



Berlin (APA/Reuters) - Der Ostausschuss-Osteuropaverein der deutschen Wirtschaft (OA) rät deutschen Firmen, am Russland-Geschäft trotz drohender US-Sanktionen gegen das Land festzuhalten. Die angedachten US-Sanktionen seien vage formuliert, sagte der Vereinsvorsitzende Wolfgang Büchele am Freitag in Berlin. Konkrete Drohungen gegen einzelne Firmen gebe es noch nicht.

Büchele kritisierte erneut den Widerstand der US-Regierung gegen die Gas-Pipeline Nord Stream 2, an dem auch der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV beteiligt ist. „Sollten die USA die Abnahme von russischem Gas sanktionieren wollen, wäre dies ein Eingriff in die Souveränität Europas und die Souveränität Deutschlands.“ Er hoffe, dass die Politik dann eingreife. Die US-Regierung lehnt wie einige osteuropäische EU-Staaten den Bau einer zweiten Röhre der Ostsee-Pipeline ab, die russisches Gas über Deutschland in die EU bringen soll. Außenminister Heiko Maas hatte am Donnerstag betont, dass die deutsche Regierung das Projekt weiter unterstütze.

Büchele betonte, dass Europa keine Alternative zu russischem Pipeline-Gas habe. Flüssiggas sei keine ausreichende Alternative und habe wegen der nötigen Umwandlung des Gases für den Transport auch Nachteile in der Klimabilanz. „LNG ist von wenigen Ausnahmen abgesehen zudem teurer als Pipeline-Gas“, sagte Büchele. Europa könne keine Energiepolitik ohne Russland machen. „Wir brauchen diese Rohstoffe auch langfristig.“

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