Letztes Update am Fr, 11.01.2019 12:15

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Russland fordert „Erklärung“ für Anklage gegen russische Anwältin



Moskau/Washington (APA/AFP) - Nach der Anklage in New York gegen die russische Anwältin Natalia Weselnizkaja, die im US-Präsidentschaftswahlkampf Vertreter des Wahlkampfteams von Donald Trump getroffen hatte, hat Russland von den USA „Erklärungen“ gefordert.

Es sei in den USA „zur Gewohnheit geworden, aus unverständlichen Gründen gegen russische Bürger juristisch vorzugehen“, sagte die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa am Freitag. Moskau fordere „klare und allgemein verständliche Erklärungen“ für die Anklage.

Weselnizkaja war zuvor in den USA wegen Justizbehinderung angeklagt worden. Die am Dienstag bekanntgegebene Anklage bezieht sich aber nicht auf ihr Treffen mit Trumps ältestem Sohn und anderen Mitgliedern von Trumps Wahlkampfteam im New Yorker Trump Tower, sondern auf ihre Rolle in einem weiter zurückliegenden Geldwäsche-Fall. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll Weselnizkaja als Rechtsvertreterin einer Immobilienfirma absichtlich falsche Angaben gegenüber der US-Justiz gemacht haben.

Weselnizkaja drohen wegen ihrer Falschaussagen den US-Ermittlern zufolge bis zu zehn Jahre Haft. Nach Angaben eines US-Justizsprechers hält sie sich jedoch vermutlich nicht in den USA auf.

In die Schlagzeilen geraten war die Anwältin im Sommer 2017, als ihr Treffen mit Trump-Sohn Donald Junior, Schwiegersohn Jared Kushner und Ex-Wahlkampfleiter Paul Manafort ans Licht gekommen war. Die Informationen über das Treffen schürten den Verdacht, dass es eine illegale Zusammenarbeit zwischen dem Trump-Team und Moskau gegeben haben könnte. Der Verdacht wird seit Mai 2017 von dem Sonderermittler Robert Mueller untersucht.




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