Letztes Update am Fr, 11.01.2019 15:21

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Messerattacke auf Jugendlichen 3 - Geschworene gingen in Beratung



Korneuburg (APA) - Im Prozess gegen einen 16-Jährigen, der einen 15-Jährigen vor einer Schule in Wien-Währing mit einem Küchenmesser attackiert haben soll, haben sich die Geschworenen am Freitagnachmittag zur Beratung zurückgezogen. Der Staatsanwalt forderte in seinem Schlussvortrag eine Verurteilung wegen versuchten Mordes, die Verteidigerin einen Schuldspruch wegen schwerer Körperverletzung.

Seitens des Staatsanwaltes wurde erneut betont, dass zwei Mal auf das Opfer eingestochen worden war. „Wenn der sich nicht so geschickt weggedreht hätte, gehe ich davon aus, dass der zweite Stich Richtung Herzgegend eingedrungen wäre“, so der Vertreter der Anklagebehörde. Der 16-Jährige habe gewollt, dass die Erpressung aufhört. „Und die hört auf jeden Fall auf, wenn der Erpresser tot ist.“ Der einschlägig vorbestrafte 15-Jährige sei wegen schwerer Erpressung schuldig zu sprechen.

Davorka Situm-Ceovic, die Verteidigerin des 16-Jährigen, sagte in ihrem Plädoyer: „Es ist klar, wer in den Bauch oder den Arm sticht, will nicht töten.“ Mildernd zu werten sei bei einem Schuldspruch unter anderem die massive Drucksituation, in der sich der Kroate befunden habe.

Die Laienrichter haben hinsichtlich des 16-Jährigen über die Hauptfrage nach versuchtem Mord und die Eventualfragen nach absichtlicher schwerer Körperverletzung und schwerer Körperverletzung zu beraten. Im Bezug auf den 15-Jährigen stehen die Hauptfragen nach Erpressung und schwerer Erpressung im Raum. Der Verteidiger des 15 Jahre alten Zweitangeklagten, Manfred Ainedter, forderte für seinen Mandanten eine Verurteilung wegen Erpressung „mit einer moderaten Strafe“. Eine Drohung gegen Leib und Leben habe „in keiner Weise stattgefunden.“

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Der 15-Jährige wurde nach der Messerattacke am 2. Mai stationär im Wiener AKH aufgenommen. Er hatte laut einem vorgetragenen medizinischen Gutachten Stichverletzungen am rechten Unterbauch, am linken Oberarm sowie in der linken, seitlichen Brustwand erlitten, mehrere Bauchorgane wurden lädiert. Durch massive Einblutungen in die Bauchhöhle habe sich ein „unmittelbar lebensbedrohliches Verletzungsbild“ ergeben, hielt der Gutachter fest. Das Opfer musste operiert werden. Das Verletzungsbild sei durch zwei Stichbewegungen „nachvollziehbar zu erklären“. Beim Vortrag des psychologischen Gutachtens wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen.

Die Geschworenen gingen gegen 15.00 Uhr in Beratung. Ein Urteil wurde für den späten Nachmittag erwartet.




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