Letztes Update am Fr, 11.01.2019 18:36

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Goldman Sachs will angeblich ins Cash Management einsteigen



New York/Hongkong (APA/Reuters) - Die Investmentbank Goldman Sachs drängt Finanzkreisen zufolge in das Geschäft mit der Zahlungsabwicklung und Liquiditätsteuerung für Unternehmen. Ab dem ersten Halbjahr 2020 wolle die Bank im Cash Management führenden Spielern wie Citigroup, Deutscher Bank oder HSBC Konkurrenz machen, sagten zwei mit der Sache vertraute Personen.

Um ihnen Marktanteile abzujagen, erwäge Goldman, mit Kampfkonditionen anzutreten. Die Margen im Cash Management sind zwar niedrig, die Volumen aber riesig und das Geschäft vergleichsweise stabil - vor allem im Vergleich zum volatilen Investmentbanking.

Der Beratungsfirma Oliver Wyman zufolge erwirtschaften die großen Banken im Zahlungsverkehr und Cash Management 2017 weltweit rund 250 Mrd. Dollar (216,7 Mrd. Euro) an Erträgen - etwa in Form von Gebühren für die Zahlungsabwicklung oder für die Währungsumrechnung. Goldman will sich nun einen Teil an dem wachsenden Geschäft sichern. Wenn bestehende Kunden auch das Cash Management der Bank nutzen, könnte die Bank den Großkonzernen höhere Zinsen für ihre Einlagen zahlen als die Konkurrenz, sagte ein Insider. In Gesprächen mit den Verantwortlichen in den Unternehmen hätten diese oft über veraltete Technologie und umständliche Prozesse bei anderen Banken geklagt, sagte ein Insider. Goldman wolle hier Abhilfe schaffen und eine von mehreren Banken werden, die für Firmenkunden das Cash Management übernimmt.

Hinter vorgehaltener Hand spotten Rivalen über die großen Pläne von Goldman. In einem Geschäft, in dem meist Fünf-Jahres-Verträge abgeschlossen werden, Kunden auf etablierte Partner vertrauen und Konkurrenten auf ein weltweites Netz von Banklizenzen zurückgreifen können, werde Goldman kurzfristig keine großen Marktanteile gewinnen können. Die Kosten für den Aufbau einer globalen Cash-Management-Platform seien sehr hoch, sagte ein hochrangiger Banker einer großen europäischen Bank. Es werde viele Jahre dauern, eine Größe zu erreichen, die die Kosten rechtfertigen.

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Doch Goldman zeigt sich unbeirrt und verweist auf den Erfolg seiner Online-Bank Marcus, mit der die Bank 2016 in das Privatkundengeschäft vorgestoßen ist. Sie bietet unter anderem relativ hoch verzinste Sparkonten an und ist in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen. Zunächst nur in den USA präsent, ist Marcus inzwischen nach Großbritannien expandiert und soll auch nach Deutschland kommen. Laut einer Goldman-Präsentation vom November, hat die Onlinebank 30 Mrd. Dollar an Einlagen eingeworben, 4 Mrd. Dollar an Krediten ausgereicht und steuert 200 Millionen an Erträgen bei.

~ ISIN US38141G1040 WEB http://www.goldmansachs.com/ ~ APA536 2019-01-11/18:31




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