Letztes Update am Sa, 12.01.2019 15:49

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mazedoniens Premier ruft Athen zu Anerkennung neuen Staatsnamens auf



Skopje/EU-weit (APA/AFP) - Einen Tag nach der Zustimmung des Parlaments in Skopje zum neuen Staatsnamen „Republik Nordmazedonien“ hat der mazedonische Regierungschef Zoran Zaev die Abgeordneten in Griechenland aufgefordert, die Bezeichnung ebenfalls anzuerkennen.

„Unser Parlament hat die Kraft gefunden, das war nicht einfach. Aber ich bin überzeugt, dass auch das griechische Parlament die Kraft finden wird, eine Entscheidung zu treffen“, sagte Zaev am Samstag. „Zusammen mit unserem Freund, der Republik Griechenland, werden wir Abschottung und Unverständnis zurückweisen“, sagte Zaev. Er sei überzeugt, dass die griechischen Abgeordneten die „historische Tragweite der Einigung“ erkennen würden.

Zaev hatte sich mit seinem griechischen Amtskollegen Alexis Tsipras vergangenen Juni in dem seit 1991 schwelenden Namensstreit geeinigt. Damit die Vereinbarung in Kraft tritt, muss aber noch das Parlament in Athen zustimmen. Tsipras hatte am Freitag ein Votum innerhalb von zehn Tagen in Aussicht gestellt.

Hinter dem jahrelangen Namensstreit steht die Furcht Athens, der Nachbarstaat könnte mit der Landesbezeichnung Mazedonien Ansprüche auf die nordgriechische Provinz Makedonien erheben. Bei der UNO firmierte der Staat deshalb bisher unter dem Namen „Frühere jugoslawische Republik Mazedonien“, englisch abgekürzt FYROM. Wegen des Konflikts blockierte Griechenland bis zuletzt Skopjes Beitritt zur NATO-Militärallianz und die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen.

Nach Regierungspolitikern aus Österreich hat auch der außenpolitische Sprecher der SPÖ, Andreas Schieder, das Votum des mazedonische Parlaments für den neuen offiziellen Staatsnamen begrüßt und seinen sozialdemokratischen Parteikollegen Zaev für seinen Einsatz für „diese konstruktive Lösung“ gelobt. „Einmal mehr zeigt sich, dass in Europa immer dann Fortschritt möglich ist, wenn man sich auf den Dialog und das Gemeinsame konzentriert statt zu spalten“, erklärte Schieder, der für die SPÖ bei der EU-Wahl im Mai als Spitzenkandidat antritt, am Samstag in einer Stellungnahme.

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