Letztes Update am So, 13.01.2019 09:45

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ski alpin: Marco Schwarz nach Lernprozess auf Höhenflug



Adelboden (APA) - Marco Schwarz hat sich in einen kleinen Höhenflug hineingesteuert. In den vergangenen fünf Ski-Weltcups fuhr er viermal in die ersten zehn, darunter waren sein Debüt-Sieg im Osloer City Event und Platz zwei im Slalom von Madonna. Einziger Ausfall war nach Halbzeitführung jener im Zagreb-Torlauf. Als Riesentorlauf-Siebenter von Adelboden wartet bei der WM ein straffes Programm auf den Kärntner.

Die Performance im Riesentorlauf ließ auch bei seinem Trainer Marko Pfeifer die Augenbrauen nach oben gehen. „Im Slalom habe ich schon gehofft, dass er in den Top fünf mitfahren kann, aber im Riesentorlauf überrascht er mich. Mit Startnummer 67 Siebenter ist schon richtig, richtig stark“, sagte der Coach im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. Bereits in Alta Badia war Schwarz mit der 71 auf den 17. Halbzeitrang gerauscht, aber im Finale ausgefallen.

In der WCSL verbesserte sich Schwarz auf Rang 31, er rutscht wegen verletzter Fahrer aber in die Top 30, was einen wichtigen ersten Schritt bedeutete. „In der Form, in der er jetzt ist, ist eine vordere Startnummer extrem wichtig. Jeder Riesen ist nicht so hart (präpariert/Anm.), in Saalbach hat man gesehen dass man hintennach keine Chance hat“, sagte Pfeifer. Schwarz ist überzeugt, dass er „wenn die Nummer passt, auch ganz vorne mitfahren kann“. Aber nun heiße es erst einmal so weitermachen wie bis jetzt.

Nach seinen ersten zwei Podestplätzen im Weltcup 2015/2016 (jeweils Slalom) musste Schwarz bis diesen Winter auf den nächsten warten. „Man hat am Anfang gedacht, das geht so weiter und sich vielleicht mehr erhofft. Aber er hat jetzt einen super Lernprozess durchgemacht, es läuft in eine super Richtung“, erklärte Pfeifer. Im Sommertraining in Neuseeland seien ein paar Sachen umgestellt worden, Schwarz habe nun auch einen eigener Servicemann, beim Set-up sei einiges weitergangen. „Er ist als Persönlichkeit gereift, er ist gut drauf und gut in die Saison gestartet.“

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Hinter Branchenleader und Titelverteidiger Marcel Hirscher, der auch Samstag wieder auf dem Chuenisbärgli triumphierte, sowie Manuel Feller hat Schwarz nun wohl als dritter ÖSV-Athlet sein Riesentorlauf-Ticket für die Weltmeisterschaften im Februar in Aare sicher. Freilich ist dieses Thema bei ihm bereits angekommen. „Das Programm ist in den nächsten Woche sehr, sehr dicht, da müssen wir schauen“, bleibt er zurückhaltend.

Trainer Pfeifer sieht natürlich auch, dass möglicherweise ein „großes Programm“ auf Schwarz in Schweden wartet. „Man muss schauen, wie er sich fühlt. Wir dürfen nicht vergessen, er fährt zuerst eine Kombi, dann den Riesentorlauf, dann kommt zum Schluss seine Paradedisziplin, der Slalom. Das dürfen wir nicht außer Acht lassen, da müssen wir schon auf die Substanz schauen. Auch der Teamevent ist wahrscheinlich, das ergibt ein Monsterprogramm.“

Sein Ratschlag: „Am besten ist, gut fahren und erfolgreich sein, dann geht alles leichter.“ Und gut fährt Schwarz derzeit. „Es funktioniert sehr gut, egal ob am Riesen-Ski oder am Slalom-Ski. Und wir haben auch in der Abfahrt gut für die Kombination trainiert. Er ist breit aufgestellt, jetzt geht es mehr um die gute Regeneration, die richtige Einsatzplanung und die Trainings.“

Es folgt ein dichtes Programm mit Adelboden, Wengen, Kitzbühel, Schladming, Garmisch-Partenkirchen und der WM. „Wenn die Hausaufgaben gemacht sind, ist das nicht so tragisch, dann kann es ruhig Schlag auf Schlag gehen“, ist der Trainer überzeugt.

Trainiert wurde nach Weihnachten im Technikbereich am Weißensee („Das wird in Zukunft ein wichtiger Trainingsstützpunkt sein“) und im Speedbereich in Bad Kleinkirchheim. „Er hat sich auf der Abfahrt herangetastet und zum Schluss hat das schon ein gutes Bild gemacht“, sagte Pfeifer, der für seine fünfköpfige Trainingsgruppe mit Schwarz, Michael Matt, Manuel Feller, Marc Digruber und Christian Hirschbühl alle Disziplintrainings organisiert und leitet.

Schon nächsten Freitag wartet die Kombination in Wengen, der Olympiavierte Schwarz war im Vorjahr ohne vorheriges Abfahrtstraining am Lauberhorn Zwölfter geworden. „Aus meiner Sicht ist er schon ein heißer Anwärter auf einen Podiumsplatz“, ist Pfeifer für heuer zuversichtlich.




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