Letztes Update am So, 13.01.2019 17:06

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zwei frühere Guerillaführer reisen zu Befragung im Kosovo-Tribunal



Pristina/Den Haag (APA/dpa) - Zwei ehemalige Kommandanten der Kosovo-Befreiungsarmee (UCK) sind am Sonntag nach Den Haag gereist, um einer Vorladung des Sondergerichts des Kosovos zu folgen. Rustem Mustafa, genannt „Remi“, werde am kommenden Montag, Sami Lushtaku, am kommenden Mittwoch im Tribunal befragt, berichtete der kosovarische Fernsehsender RTK 2 unter Berufung auf die Rechtsanwälte der beiden.

Mustafa hatte die UCK in der Region Podujevo kommandiert, Lushtaku war damals Mitglied der sogenannten Drenica-Zelle der UCK. Ein Gericht in Pristina hatte Mustafa 2013 zu einer vierjährigen Gefängnisstrafe wegen der Misshandlung und Folterung von Gefangenen während des Kosovo-Konflikts verurteilt.

Das Sondergericht mit Sitz in Den Haag wurde 2015 eingerichtet, um mutmaßliche Verbrechen der UCK während und nach dem bewaffneten Aufstand gegen Serbien strafrechtlich zu verfolgen. Der Krieg um die Unabhängigkeit dauerte von 1998 bis 1999. Zuvor hatte das mehrheitlich von Albanern bewohnte Kosovo zu Serbien gehört. Belgrad hat die Eigenstaatlichkeit seiner ehemaligen Süd-Provinz bis heute nicht anerkannt.

Mustafa und Lushtaku sind die ersten Ex-UCK-Kämpfer, die das Tribunal vorgeladen hat. Nach kosovarischen Medienberichten sollen sechs weitere Ex-Guerillas, unter ihnen eine Frau, Vorladungen vom Sondergericht erhalten haben.




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